NACHGEFRAGT: René Koch
Bräune signalisiert Siegertypen

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Muss ein Mann auf den ersten Blick schön sein?

Stimmt. Es kommt auf den ersten Eindruck an, wenn man sich bewirbt oder beim ersten Rendevous. Da muss ein Mann nicht im landläufigen Sinn schön, aber doch gepflegt sein. Da haben die Männer ja auch dazugelernt, sie geben sich heute meist mehr Mühe. Leider lässt es dann später wieder nach – wenn sie den Job oder die Frau dann haben . . .

Sie sind Starvisagist und haben ein Buch mit dem Titel geschrieben „Mann, bist du schön“. Ist Mann das wirklich?

Eher die jungen Männer von heute. Ich meine die Zielgruppe so zwischen 16 und 30. Denen macht das auch Spaß und die stehen dazu. Einfach auch, weil sie – anders als die Älteren – keine Angst haben, als schöner Mann als schwul oder Tunte angesehen zu werden. Was Männer übrigens immer nur selber meinen, ihre Umwelt, besonders die Frauen, sehen das anders.

Zu schön ist auch wieder nicht gut – heißt es oft bei Frauen im Beruf, weil einer dann vielleicht die Kompetenz abgesprochen wird. Gilt das auch für Männer, insbesondere für Manager?

Beim Mann geht es – wie gesagt – mehr ums Gepflegtsein. Da hat das Körperbewusstsein zugenommen. Einige machen auch mehr: Gesichtsmasken, Augenbrauen zupfen, Wimpern färben.

Kommen Männer zu Ihnen, Politiker, Manager?

Politiker auch, aber meist Manager. Die wollen oft eine Farbberatung. Wir brauchen uns ja nur im Tierreich umzusehen, da sind die Männchen die prächtigen, farbigeren und schöneren Exemplare: der Hahn, der Pfau, der Papagei, der Löwe mit seiner Mähne. Die Weibchen sind meist mickriger und farbloser. Anders bei den Menschen, da haben die klugen Frauen das Bild für sich umgekehrt.

Also brauchen Männer mehr Kosmetik, auch dekorative?

Das kommt. Was nicht heißt, dass der Manager morgen mit Lidschatten und Lip-Gloss ins Büro geht.

Sondern?

Nun ja, getönte Tagescreme oder Selbstbräuner sind ja inzwischen schon fast selbstverständlich, denn blass und fade wirkt wie Misserfolg. Eine sportliche Figur, dazu ein leicht gebräunter Teint – unterstrichen mit ein paar Pinselstrichen ägyptischer Erde – das signalisiert den Siegertyp.

Was kann Mann noch verbessern oder zumindest retuschieren?

Die Brauen sollten nicht düster zusammengewachsen sein. Und mit aufgerissenen Lippen wirkt doch gleich der ganze Mann spröde. Einen Bart sollte man auch nicht wild wachsen lassen, der braucht Pflege. Schon Oscar Wilde hat gesagt: Ein Bart muss gepflegt sein wie ein englischer Rasen.

Was Geschlechtsgenossen oft eifersüchtig macht und sie nicht an die Wirkung männlicher Schönheit aufs andere Geschlecht glauben lässt: Kleine, knubbelige Männer haben oft große, schöne Frauen. Umgekehrt sieht man’s seltener. Können Männer mangelnde Attraktivität mit Macht und/oder Moneten ausgleichen?

Klar! Wenn einer mit seinem offenen roten Ferrari heranrauscht, das ist doch, als wenn ein Hahn seinen roten Kamm hochstellt!

Informationen unter: www.rene-koch-berlin.de

Die Fragen stellte Inge Hufschlag.

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