„Nacktsein ist normal“: Der „Playboy“ zeigt wieder alles

„Nacktsein ist normal“
Der „Playboy“ zeigt wieder alles

Wieder Nackte im Nacktmagazin: Die US-Ausgabe des „Playboy“ kehrt zu unverhüllten Fotos zurück. „Nacktsein ist normal“, so der neue Slogan der Zeitschrift. Unter der züchtigeren Neuausrichtung litt offenbar der Verkauf.
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Washington, San Francisco, Beverly HillsNach nur einem Jahr mit verhüllten Models kehrt der US-„Playboy“ zu vollständiger Nacktheit zurück. Cooper Hefner, Chef-Kreativer und Sohn des Magazin-Gründers Hugh Hefner, bezeichnete die Entscheidung am Montag auf Twitter im Rückblick als einen Fehler.

Fans des bekanntesten Herrenmagazins der Welt hatten die Verkündung der Jugendfreiheit, die ab Februar 2016 umgesetzt wurde, ungläubig und erstaunt aufgenommen. In der deutschen Ausgabe war alles beim Alten geblieben. „Endlich wieder nackt!“ schrieb der Chefredakteur des deutschen „Playboys“, Florian Boitin, in einer Mitteilung vom Dienstag. „Es wäre für uns nie in Frage gekommen, Playboy um seinen Markenkern zu bringen.“

„Ich bin der erste, der zugibt, dass die Art und Weise, wie das Magazin mit Nacktheit umgegangen ist, altmodisch war - aber sie vollständig zu entfernen, war falsch“, schrieb Hefner nun. „Heute nehmen wir uns unsere Identität wieder, und wir gewinnen zurück, wer wir sind.“

Hefner hatte die Entscheidung zur Verhüllung bereits kritisiert, bevor er im vergangenen Sommer Kreativ-Chef wurde. „Playboy“ hatte die Maßnahme damit begründet, dass sich die Zeiten änderten, und vor allem auf eine gänzlich andere Mediennutzung durch das Internet verwiesen. Im Jahr 2014 hatten die Macher der mehr als 60 Jahre alten Marke die US-Webseite zurückhaltender gestaltet, um auch in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter aktiv sein zu dürfen.

Der offizielle Twitter-Account des Magazins verbreitete am Montag das Titelbild der Ausgabe März/April, versehen mit dem Hashtag #NakedIsNormal, Nacktsein ist normal.

Seinerzeit hatte der „Playboy“ die Entscheidung zur Verhüllung damit begründet, dass sich die Zeiten änderten, und vor allem auf eine gänzlich andere Mediennutzung durch das Internet verwiesen. 2014 hatten die „Playboy“-Macher die US-Webseite jugendfreier gestaltet, um auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter aktiv sein zu dürfen.

Der Medienexperte Samir Husni deutete an, dass die Rückbesinnung bei „Playboy“ mangelnder Resonanz geschuldet sein könnte. Das Tabu habe wahrscheinlich weit mehr Konsumenten vom Magazin entfremdet als angelockt. „Playboy und die Idee von Nicht-Nacktheit ist irgendwie ein Widerspruch in sich.“ Das Magazin werde immer dem Klischee als ein Nackt-Magazin unterworfen sein, sagte der Journalismusprofessor an der Universität von Mississippi.

Auch nach der Rückkehr zur nackter Haut müsse der „Playboy“ aber Wege finden, für ein jüngeres Publikum des 21. Jahrhunderts attraktiv zu sein, das im Digital-Zeitalter an Nacktheit gewöhnt sei. Sonst werde es das Magazin schwer haben, zu überleben, warnte Husni.

In New York soll außerdem mehr als 30 Jahre nach seiner Schließung der Playboy Club seine Türen wieder öffnen, in dem Frauen in knappen „Häschen“-Kostümen Getränke servieren. Der erste Club dieser Art eröffnete 1960 in Chicago, bald gab es weltweit rund 30 davon. Doch das Interesse des mehrheitlich männlichen Publikums nahm im Lauf der Jahre ab. Die Clubs schlossen wieder, der 1962 eröffnete New Yorker Playboy Club nahe dem Central Park 1986.

Den entgegengesetzten Weg geht indes die US-Restaurantkette Hooters: Dort hat eine Filiale außerhalb Chicagos testweise die knappen Outfits der weiblichen Bedienungen verbannt. Die Mitarbeiter seien dort nun außerdem weiblich und männlich, teilte der Geschäftsführer des Lizenzinhabers Hooters Management, Neil Kiefer, am Montag mit. Kunden könnten ihre Bestellungen nicht mehr am Tisch aufgeben, sondern lediglich am Schalter - das Menü sei auf rund zwölf Speisen verkleinert worden. Hintergrund sind Veränderungen auf dem Restaurantmarkt, immer weniger Kunden kehren in Diner-Läden ein. Zudem wird erwartet, dass Fast-Food-Ketten Geschäften mit Sitzgelegenheiten Kunden wegnehmen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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