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Namen à la Hollywood: Wenn Kinder Legolas heißen

Skywalker, Corleone und Legolas sind nicht nur Hollywoodfiguren, sondern auch reale Menschen. Immer öfter wählen Eltern ungewöhnliche Namen für ihre Kinder. Sprachberater diskutieren: Sollten sie das dürfen?

Kinder, die nach Städten wie Paris benannt werden, na gut, daran haben wir uns gewöhnt. Aber muss es denn unbedingt Legolas sein? Quelle: dpa
Kinder, die nach Städten wie Paris benannt werden, na gut, daran haben wir uns gewöhnt. Aber muss es denn unbedingt Legolas sein? Quelle: dpa

WiesbadenAlso Loriot soll das Kind heißen? „Das ist kein Vorname“, sagt Frauke Rüdebusch, Beraterin bei der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Da mögen die Eltern eines Neugeborenen den Komiker Vicco von Bülow (1923-2011) noch so geschätzt haben - in Deutschland ist Loriot (französisch für Pirol) als sein Künstlername besetzt. Die Sprachwissenschaftlerin Rüdebusch rät ab.

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Etwa 20 solcher Zweifelsfälle landen jede Woche bei der Gesellschaft in Wiesbaden, eine andere Anlaufstelle ist das Namenskundliche Zentrum der Universität Leipzig. Eltern kommen mit allen möglichen Vorstellungen zu den Standesämtern. Der Nachwuchs soll Kater, Motte oder Bommel heißen oder auch nach Stars, Markennamen oder Orten benannt werden.

„Die Vornamen sind zunehmend ausgefallen. Die Eltern wählen alles mögliche“, sagt Jürgen Rast, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Standesbeamten. Die Ämter handhaben die Eintragung immer lockerer. Hedi-Rocke, Skywalker, Corleone - alles schon dagewesen. 50 000 Namensformen meldeten die Ämter für 2012 an die GfdS, zwei Drittel kamen nur ein einziges Mal vor. Dafür heißen mehr als 12 000 neugeborene Mädchen Sophie. Bei den Jungen lag 2012 Luca vorn.

In strittigen Fällen wälzen die Experten Wörterbücher, Lexika oder auch fremdsprachige Romane und fragen Datenbanken ab: Ist ein Name irgendwo schon belegt? Und wenn er neu ist, ist er als Jungen- oder Mädchenname erkennbar?

Oft scheint Hollywood frischgebackene Eltern zu inspirieren. In den USA ist alles erlaubt, Filmstars wie Angelina Jolie geben ihren Kindern ausgefallene Namen - und schon gibt es Vorbilder für Zahara, Shiloh, Pax und Knox. Auch Filmfiguren sind populär wie die Häuptlingstochter Neytiri aus „Avatar“. „Der Name ist seitdem sehr häufig angefragt worden“, sagt Rüdebusch. Aus der Trilogie „Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien ist Legolas beliebt. Dagegen hat noch kein Elternpaar seinem Kind den Namen Gollum oder Sauron zumuten wollen.

Skurriles

Jüngster Kinozugang ist Renesmee aus der „Twilight“-Vampirsaga. Der Name der Halbvampirin setzt sich aber ziemlich traditionell aus Reneé und Esmeralda zusammen. „Das haben die Standesämter schon 2011 zehnmal eingetragen“, sagt die Beraterin.

Die Motive der Eltern bei der Namenswahl wollen die Wissenschaftler noch näher erforschen, aber ein weiterer Trend steht fest: Ortsnamen. „Damit verbinden sich Urlaubserinnerungen“. Man verewigt die Flitterwochen oder manchmal - wenig diskret - den Zeugungsort. Was soll man also von einer kleinen Aruba oder Kenia denken? Sydney (Schauspielerin Sydney Rome) oder Paris (Hilton) sind zulässig, ebenso Madison und Brooklyn. London ist eindeutig zu geografisch. „Berlin haben wir auch abgelehnt“, sagt Rüdebusch.

Tabu sind Schimpfwörter, Gegenstände und die meisten Markennamen. Deswegen geht Apfel nicht, ebensowenig Apple (Marke), dafür aber Peaches (wie Peaches Geldof) und Sunil (zwar Marke, aber auch indischer Männername). Verbindlich ist die Auskunft der Sprachberater nicht. Juristisch entscheiden die Standesämter, in manchen Fällen die Gerichte. Eltern sollten vor allem daran denken, wie ihre Kinder mit den Namen leben werden, rät GfdS-Geschäftsführerin Andrea-Eva Ewels.

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