Nationaler Aktionsplan
Regierung setzt die Deutschen auf Diät

Bei Deutschlands Übergewichtigen sollen die Pfunde purzeln. Bis 2020 will die Regierung das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Deutschen nachhaltig verbessern und die Zunahme von Übergewicht bei Kindern stoppen.

HB BERLIN. Das Ziel des kommende Woche von Verbraucherminister Horst Seehofer erwarteten „Nationalen Aktionsplans“ ist eindeutig: Die Deutschen sollen dünner werden. Bei der Bundes-Diät setze die Politik auf Freiwilligkeit, wie das Online-Magazin „stern.de“ am Freitag berichtete. Verbote seien nicht geplant.

Ein Sprecher Seehofers erklärte allerdings, es stehe noch nicht endgültig fest, ob sich der CSU-Politiker tatsächlich wie geplant am Donnerstag im Bundestag im Rahmen einer Regierungserklärung zu dem Thema äußern werde. Darüber hinaus gab das Ministerium keine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Die Online-Ausgabe des Hamburger Magazins beruft sich auf ein im Entwurf vorliegendes gemeinsames Eckpunktepapier „Gesunde Ernährung und Bewegung – Schlüssel für mehr Lebensqualität“ von Ernährungs- und Gesundheitsministerium. Die gesetzten Ziele könnten nur erreicht werden, „wenn der Ernährungszustand nachhaltig verbessert und mehr Bewegung dauerhaft in den Alltag integriert wird“, heiße es in dem neunseitigen Dokument. Von konkreten gesetzlichen Maßnahmen oder Verboten sei nicht die Rede.

Das Eckpunktepapier solle als Grundlage für die Erstellung des „Nationalen Aktionsplans zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten“ dienen, heißt es weiter. Die Eckpunkte werden demzufolge am kommenden Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen. Am Donnerstag soll Seehofer sie vorstellen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) werde diese Erläuterungen im Bundestag nach bisheriger Planung „ergänzen“, heißt es laut „stern.de“ aus ihrem Haus.

In dem Eckpunktepapier steht dem Bericht zufolge auch, die Notwendigkeit für einen Aktionsplan ergebe sich aus der Tatsache, dass in Deutschland derzeit rund 37 Millionen Erwachsene und rund zwei Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig oder adipös seien. 45 Prozent der Erwachsenen seien körperlich zu wenig aktiv, auch bei Kindern und Jugendlichen nehme die „körperliche Fitness“ ab.

„In unserer Gesellschaft findet zu wenig Bewegung im Alltag statt, und Sportangebote erreichen viele Zielgruppen kaum“, wird zitiert. Die Kosten durch ernährungsbedingte Krankheiten beliefen sich auf 30 Prozent aller Gesundheitskosten, somit auf über 70 Milliarden Euro jährlich. Derweil startete das bundesweite Projekt „Gesunde KiTas – Starke Kinder“ des Vereins „Plattform Ernährung und Bewegung. Unter der Schirmherrschaft von Minister Seehofer und Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen will der Verein den Angaben zufolge in 50 Kindertagesstätten ein neues, ganzheitliches Konzept erproben, das Vorschulkinder frühzeitig in Richtung ausgewogener Ernährung und viel Bewegung erziehen soll.

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