Nationaler Ethikrat fordert Debatte über Mischwesen
Forscher entwickeln Chimären aus Mensch und Tier

Der Chef des Nationalen Ethikrats hält die Arbeit einiger deutscher Stammzellforscher für „absolut inakzeptabel“. Simitis mahnt: „In den Laboren passiert mehr, als wir wissen.“

HB BERLIN. Der Nationale Ethikrat will sich im Sommer mit dem Thema Chimären beschäftigen. Das kündigte der Vorsitzende des Gremiums, Spiros Simitis, im Nachrichtenmagazin „Spiegel“ an. Eine Chimäre ist ein Individuum, das aus genetisch unterschiedlichen Teilen besteht, beispielsweise von Mensch und Tier.

Bei dem Thema sei Eile geboten, sagte Simitis, „denn in den Laboren passiert sowieso schon mehr, als wir wissen“. Das Magazin berichtet über einen Versuch Göttinger Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, die menschliche embryonale Stammzellen in das Gehirn von Affen gespritzt hätten. „Ein Teil der menschlichen Zellen hat sich zu Nervenzellen entwickelt, dennoch haben die Primaten das Experiment nicht überlebt. Sie haben Tumoren bekommen», zitiert das Magazin den Forscher Ahmed Mansouri. Auch andere deutsche Stammzellforscher wollten ähnliche Chimären aus menschlichen und tierischen Zellen schaffen, schreibt das Blatt.

Simitis bezeichnete das Vorgehen der Forscher als „absolut inakzeptabel“. Er rief sie auf, zu den Versuchen Stellung zu nehmen, „damit der bioethische Diskurs nicht wieder überrannt wird“.

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