Naturgewalten
Schneemassen in Bayern werden noch höher

In den Schneegebieten in Bayern wird sich die Situation nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes weiter verschärfen: Bis Samstag sollen bis zu 70 Zentimeter Neuschnee fallen. Auf den Dächern lasten tonnenschwere Schneemassen, die Hilfskräfte kommen mit dem Räumen kaum nach.

HB MÜNCHEN. Winfried Knobloch von der Münchner Niederlassung des Wetterdienstes sagte am Donnerstag: „Da muss man mehr als ein Jahrzehnt zurückschauen, um etwas ähnliches zu sehen“. Wahrscheinlich werde der Wetterdienst am Abend nochmals eine Unwetterwarnung für die östlichen Mittelgebirge und das Voralpenland veröffentlichen müssen. Am Wochenende sei kaltes Wetter ohne Niederschläge möglich. Bis Tauwetter zu einer Entspannung führen könnte, dürften noch mehrere Tage vergehen.

Knobloch erklärte, der Schneefall sei nicht ungewöhnlich stark gewesen. Da aber in Ostbayern seit November praktisch Dauerfrost herrsche, „ist eigentlich nie etwas richtig weggeschmolzen“. Dadurch hätten sich auf Dächern hohe Lasten aus altem Schnee, Eis und Neuschnee aufgetürmt. Diese lange, ununterbrochene Schneeperiode ohne richtiges Tauwetter sei ungewöhnlich. Auch in Tallagen in Ostbayern und im Voralpenland liegt dem Wetterdienst zufolge mittlerweile bis zu einem Meter Schnee, in den Hochlagen des Bayerischen Waldes bis zu 1,80 Meter.

Insbesondere in den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau müssen noch zahlreiche Dächer von den Schneemassen befreit werden. Dafür sollen den ganzen Donnerstag über hunderte Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und Rotem Kreuz im Einsatz sein, sagte ein Sprecher der Einsatzleitung.

Im Kreis Freyung-Grafenau im Bayerischen Wald schickten die Behörden am Donnerstagvormittag sämtliche Schüler bis Montag nach Hause. Landratssprecher Anton Weghofer sagte, wegen Einsturzgefahr seien 18 Gebäude gesperrt worden, darunter das Rathaus von Zwiesel. „Wir haben Gebäude, die wir jetzt schon zum zweiten Mal räumen. Zum Beispiel das Eisstadion in Regen“, sagte Weghofer. Auf den Dächern lägen zum Teil mehr 130 Kilogramm Schnee pro Quadratmeter, „der zulässige Bereich ist manchmal schon überschritten“. Auch in einigen Privathäusern dürften die Dachgeschosse nicht mehr betreten werden. Auch die Verkehrslage sei problematisch: „Der Räumdienst kriegt den Schnee nicht mehr weg.“

Die Kreise Passau, Freyung-Grafenau, Regen und Deggendorf hatten am Mittwoch Katastrophenalarm ausgelöst. Mehrere Gebäude in Niederbayern und der Oberpfalz waren unter der Schneelast zusammengebrochen. In den österreichischen Alpen steigt die Lawinengefahr.

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