Naturkatastrophen
Neues Beben erschüttert Südsee-Region

Nach dem schweren Erdbeben in Sumatra geht die Suche nach Überlebenden weiter. In der Großstadt Padang haben die Helfer die ganze Nacht mit Baggern und teils mit bloßen Händen in den Trümmern gesucht. Derweil bebte in der Region um das von Tsunamis heimgesuchte Samoa erneut die Erde.
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HB JAKARTA/PADANG. Das Fernsehen zeigt immer wieder erfolgreiche Rettungsaktionen in Padang. Wie viele Menschen noch verschüttet sind, war auch am Freitag völlig unklar. Die Vereinten Nationen schätzten die Opferzahl auf mindestens 1100. Es sei zu befürchten, dass unter den Trümmern eingestürzter Gebäude noch Tausende weitere begraben seien, sagte Uno-Hilfekoordinator John Holmes am Donnerstagabend. Die Behörden des Landes bezifferten die Zahl der Toten bislang auf 529, rechneten aber ebenfalls mit weiteren Opfern.

Derweil bebte in der Region um das von Tsunamis heimgesuchte Samoa erneut die Erde. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte erreichte der Erdstoß eine Stärke von 6,3. Das Epizentrum lag südlich der Tonga-Inseln. Berichte über Schäden lagen zunächst nicht vor. Bei den am Dienstag von einem Beben der Stärke 8,3 ausgelösten Flutwellen kamen auf Samoa 149, auf Amerikanisch-Samoa 31 und auf Tonga neun Menschen ums Leben.

Auf Sumatra war die Lage außerhalb von Großstadt Padang am Freitag noch völlig unübersichtlich. Es war schwierig, in die entlegeneren Teile des Erdbebengebiets vorzudringen, weil viele Straßen von Erdrutschen verschüttet wurden. Auch von der Insel Mentawai, die nahe dem Epizentrum des 7,6-Bebens am Mittwochabend liegt, gab es zunächst keine Informationen.

„Wir brauchen dringend mehr Maschinen, weil immer noch viele Leute unter den Trümmern eingeklemmt sind“, sagte Zul Ariman, Chef der Suchtrupps in der betroffenen Region West Sumatra. „Wir haben nur eine begrenzte Zahl, und diese Maschinen von einem zum anderen Ort zu bringen, ist auch nicht einfach.“ In Padang hat es am Donnerstag zudem heftig geregnet.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben haben tausende Menschen die zweite Nacht in Folge im Freien verbracht. Sie bauten sich mit Plastikplanen und Zelten notdürftige Unterstände. Viele kampierten auch im Flughafengebäude. Die Stromversorgung war in weiten Teilen von Padang noch nicht wieder hergestellt. In Turnhallen mehrten sich die gelben Leichensäcke mit den geborgenen Opfern.

Unter dem eingestürzten fünfstöckigen Ambacang-Hotel wurden Dutzende Verschüttete vermutet. Das Hotel hatte regelmäßig viele ausländische Gäste. Ob Touristen unter den Todesopfern sind, wusste am Freitag noch niemand.

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