Nepal
Der 101-Jährige, der aus den Trümmern stieg

Die Zahl der Todesopfer in Nepal steigt weiter an. Doch eine Woche nach der Katastrophe werden auch immer noch Überlebende aus den Trümmern gezogen. Am Sonntag sogar ein wohl schon hundertjähriger Mann.
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Kathmandu/BerlinNach dem verheerenden Erdbeben in Nepal ist die Zahl der Toten auf 7040 gestiegen. 14.000 Menschen wurden verletzt. Es wird damit gerechnet, dass die Zahl der Toten weiter ansteigt. Am Sonntag konnten die Retter dennoch wieder mehrere Erfolge vermelden:

Ein wahrscheinlich mehr als 100 Jahre alter Mann ist nach Angaben der nepalesischen Regierung aus den Trümmern seines eingestürzten Hauses gerettet worden. Der Mann sei verletzt, aber außer Lebensgefahr, sagte Innenministeriumssprecher Laxmi Dhakal der Deutschen Presse-Agentur.

Er habe seit dem Erdbeben vor rund einer Woche unter den Überresten des Lehmhauses im Dorf Kimtang im Distrikt Nuwakot gelegen. Ein Team aus nepalesischer Polizei und japanischen Rettungskräften habe ihn gefunden. Er sei per Helikopter in ein Krankenhaus gebracht worden.

„Wir glauben, dass er mehr als 100 Jahre alt ist“, sagte Dhakal weiter. Damit hätte der gerettete Greis schon das vorherige schwere Erdbeben in Nepal im Jahr 1934 miterlebt.

Drei weitere Überlebende geborgen

Nur wenige Stunden vor der Rettung des Greises war bekannt geworden, dass drei weitere Menschen das Beben überlebten. Soldaten und Polizisten hätten am Sonntag zwei Frauen und einen Mann ausgegraben, erklärte die Polizei. Zwei von ihnen hätten unter den Überresten ihres Lehmhauses im Dorf Kerabari im Distrikt Sindhupalchowk gelegen. Einer sei in der Nähe von einem Erdrutsch erfasst worden.Hundert Ausländer werden noch vermisst

Wie der Chef der Tourismusbehörde, Tulsi Gautam, sagte, wurden landesweit bislang die Leichen von 54 Ausländern geborgen. Im Langtang-Gebiet, einer beliebten Trekkingregion, wurden bislang insgesamt 51 Leichen geborgen, wie der Verwaltungschef des nördlichen Bezirks Rasuwa, Uddav Prasad Bhattarai, am Sonntag mitteilte.

Bei sechs von ihnen handle es sich um ausländische Touristen. In der Langtang-Region lösten die Erdstöße eine Lawine aus, einige der Todesopfer wurden nach Angaben von Verwaltungschef Bhattarai aber auch unter Trümmern gefunden. In der Gegend wurden demnach bislang mehr als 350 Menschen gerettet, rund die Hälfte waren Touristen oder Bergführer. Nach Angaben der Behörden werden in der Region aber noch hundert Ausländer vermisst.

Am Mount Everest hatten die Erdstöße ebenfalls eine Lawine ausgelöst. 18 Bergsteiger kamen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

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