Nepal
Regenfälle erschweren Katastrophenhilfe

In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu versuchen die Menschen, nach dem Beben wieder in den Alltag zurückzufinden. Außerhalb der Stadt stoßen Helfer auf Schwierigkeiten. Auch die Reisernte ist in Gefahr.
  • 0

KathmanduFünf Tage nach dem schweren Erdbeben im Himalaya haben Retter Überlebende aus den Trümmern in Nepal geborgen. Am Donnerstag fanden Helfer nach Angaben des Innenministeriums einen 18-Jährigen Nepalesen in den Ruinen einer mehrstöckigen Pension in der Hauptstadt Kathmandu.

Wenige Stunden später wurde ganz in der Nähe eine Nepalesin geborgen, die sich allerdings in kritischem Zustand befand. Am Vortag hatte ein Rettungsteam ein elfjähriges Mädchen gerettet.

Im Katastrophengebiet stieg unterdessen die Zahl der Toten auf mehr als 6000. Laut nepalesischer Polizei wurden bislang etwa 13.400 Verletzte registriert. Noch immer werden Dutzende Deutsche vermisst.

Trotz aller Zerstörung versuchten die Menschen in Nepals Hauptstadt, langsam wieder in den Alltag zurückzufinden. Die Banken nahmen den Betrieb erstmals seit der Katastrophe vom Samstag wieder auf. Auch einige Läden, Restaurants und Cafés öffneten wieder.

Außerhalb der Hauptstadt aber ist die Arbeit der Rettungskräfte beschwerlich, auch wegen heftiger Regenfälle. Viele Menschen befürchteten Erdrutsche. Auch Trümmer, fehlende Logistik und schlechter Handy-Empfang bereiteten Probleme, berichtete das UN-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha). Trotz allem erreichten erste Teams entlegene Gebiete und verteilten Hilfsgüter.

Zudem sorgten Gerüchte über ein erneutes Beben für Unruhe. Die Behörden riefen dazu auf, Ruhe zu bewahren und nicht auf derlei Äußerungen zu hören. Solche Gerüchte kämen in aller Regel von Kriminellen, die anschließend verlassene Wohnungen ausrauben wollten. Nach der Katastrophe kam es schon vielfach zu Einbrüchen.

Das Beben der Stärke 7,8 hatte die Region am Samstag erschüttert. In den Nachbarländern Indien und China starben zusammen mindestens 100 Menschen. Helfer fürchten, dass die Zahl noch deutlich steigt, wenn weitere abgelegene Regionen in Nepal erreicht werden.

Kommentare zu " Nepal: Regenfälle erschweren Katastrophenhilfe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%