Netzreaktionen
Die Bundesjugendspiele müssen weg - oder?

Sollten die Bundesjugendspiele abgeschafft werden? Wenn es nach einer Mutter aus Baden-Württemberg geht, dann ja. Ihre Online-Petition trifft im Netz auf viel Sympathie - aber auch auf Gegner.
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KonstanzWer kennt sie nicht, die Bundesjugendspiele. Einmal im Jahr findet der gesamte Schultag auf den Sportplatz statt, Schüler jeder Klasse müssen sich in Werfen, Springen und Laufen messen. Am Ende erhält jeder eine Auszeichnung – je nach Leistung eine Ehren-, Sieger- oder Teilnehmerurkunde. Doch nicht allen gefallen die Spiele. Sportskanonen können sich zwar beweisen, stellen ihre weniger sportlichen Mitschüler aber immer wieder in den Schatten. Die Bewertung durch ein Punktesystem setzt dem Ganzen da nur noch die Krone auf. Das zumindest die Meinung besorgter Eltern.

Eine dreifache Mutter aus Baden-Württemberg will den Bundesjugendspielen daher ein Ende setzen. Mit einer Online-Petition gegen das Schulsport-Spektakel hat sie im Netz eine hitzige Debatte ausgelöst. Unter den Hashtags #bundesjugendspiele und #bundesjugendspieleweg machen Nutzer ihrem Unmut gegen den Schulsport Luft – aber auch gegen die Initiatorin der Petition, Christina Finke.

Die 49-Jährige verlangt die Abschaffung der vor fast 65 Jahren eingeführten Bundesjugendspiele, da sie die zwingende Sportveranstaltung für nicht mehr zeitgemäß hält. Die Schüler, die in den gefragten Disziplinen schwach abschnitten, fühlten sich gedemütigt, argumentiert sie und bekommt dafür auf Twitter viel Zuspruch.

Andere sind zwar gegen die Bundesjugendspiele, schlagen aber auch Alternativen vor.

Finke beharrt ebenfalls nicht mehr auf ihrer Maximalforderung, die Bundesjugendspiele abzuschaffen. „Ich fände es schön, wenn am Ende wenigstens die Freiwilligkeit herauskäme“, sagte sie am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Doch es gibt nicht nur Befürworter der Petition.

Mit Ironie fordern Twitter-Nutzer bei einer Abschaffung der Spiele auch gleich die von Mathe, Naturwissenschaften...

...und Noten.

Finke überlegt derweil, sich aus der Debatte um die Spiele zurückzuziehen und die Polizei einzuschalten. Denn neben hitzig geführten Diskussionen wurde sie auch schon verbal angegriffen und ihr Gewalt angedroht.

Hannah Eckhardt
Hannah Eckhardt
Handelsblatt Live / Content-Managerin
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Netzreaktionen: Die Bundesjugendspiele müssen weg - oder?"

Alle Kommentare

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  • so etwas beklopptes! Das dürfte für manch eines der Kinder der einzige Tag sein an dem sie tatsächlich sich bewegen. und ja, es gibt welche die keine Ehrenurkunde bekommen - es soll auch kinder geben die in Mathe keine 1 oder 2 bekommen so what?

    Das Leben ist kein Ponyhof

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