Netzstimmen Hoeneß-Prozess
„18,5 Millionen? In Bayern-Währung ein halber Götze“

Für Uli Hoeneß wird es enger und enger: Sein Geständnis über die hinterzogenen 18,5 Millionen Euro könnte ihm zum Verhängnis werden. Auch im Netz hagelt es Kritik, seine Fans halten ihm indes die Treue.
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DüsseldorfEr nahm selbst nie ein Blatt vor den Mund, jetzt tun es ihm gegenüber auch viele nicht mehr: „Der soll hier herkommen und nicht ständig in Kalifornien rumtanzen und uns hier den Scheiß machen lassen“, polterte Uli Hoeneß einmal gegen den damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

Es waren solche Sprüche, die dem Bayern-Präsident immer wieder reichlich Kritik bescherten – und zahlreiche Fans. Diese Ehrlichkeit, die er nicht nur auf Pressekonferenzen, sondern auch in Talkshows immer wieder unter Beweis stellte, wurde zu seinem Markenzeichen.

Doch seit dem vergangenen Jahr ist das Bild des ehrlichen Geschäftsmanns in arge Bedrängnis geraten. In einem Interview mit der „Zeit“ beichtete Hoeneß erstmals seine Steuerhinterziehung. Seine Selbstanzeige über die hinterzogenen 3,5 Millionen sollte alles bereinigen. Doch die Staatsanwaltschaft München hat ihre Zweifel, ob diese zur rechten Zeit und mit korrekten Angaben erfolgt ist.

Zum Prozessbeginn am Montag kommt dann die große Neuigkeit: Uli Hoeneß hat nicht nur 3,5, sondern 18,5 Millionen Euro hinterzogen. Die plötzliche Ehrlichkeit könnte ihm vielleicht vor Gericht nutzen, sein Image hat jedoch schweren Schaden genommen. Laut einer aktuellen N24-Emnid-Umfrage geben 86 Prozent der Deutschen an, von Hoeneß enttäuscht zu sein. Auch im Netz hagelt es Kritik.

Unter einem aktuellen Posting zum Hoeneß-Prozess auf der Handelsblatt-Facebookseite meint Carsten E.: „Da führt wohl leider kein Weg mehr an einer Gefängnisstraffe vorbei…“, René F. fasst das Verhalten des Bayern-Präsidenten mit einem Wort zusammen: „Gier!“ Auch auf Twitter ist das Hashtag #hoeness längst zu einem der meistgeteilten und meistkommentierten Themen, zum Trending Topic, geworden.

Hier muss sich der Bayern-Präsident Einiges anhören – vor allem Spott. So schreibt @Ruhrpottfrosch: „Wollte mir gerade auf der Bayern-Homepage n Trikot mit 18,5 bestellen.“, auch @achtungfussball stichelt: „18,5 Mio? Peanuts! Oder in @FCBayern Währung: genau ein halber Götze.“  Nutzer @function zieht einen Vergleich zu Peter Graf: „Also wenn man DM gleich Euro setzt und linear von Peter Graf hochrechnet, kommt man auf ca. 5 1/2 Jahre.“  Der Manager von Steffi Graf war in den 90er-Jahren wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Doch bei vielen sind Hoeneß' Leistungen keineswegs vergessen. Auf der Facebook-Seite des FC Bayern München formiert sich eine breite Front von Unterstützern. So schreibt Nutzerin Martina N.: „Lieber Uli, du stehst das durch , so oder so. DU bist der FC Bayern München. So oder so warten wir auf Dich!“. Wilbertz A. meint: „Heute heißt es Mia San Uli“. Auf Twitter bezeichnet @LutzSara Hoeneß als das Herz des Bayern München.

„Ein Uli Hoeneß lässt den FC Bayern nie im Stich. Und wenn irgendein Problem entsteht, würde ich zur Not hier sogar ein halbes Jahr den Platzwart machen“, sagte Hoeneß einmal. Sollte er wirklich irgendwann einmal mit dem Kreidewagen über den Platz fahren, werden ihm seine engsten Fans dabei vermutlich die Treue halten.

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  • 18 MIO Euro !!!!
    Wenn Hoeness nicht in den Knast geht habe ich jedes Vertrauen in Recht und Gesetz verloren. Die Richter und Staatsanwälte würden sich lächerlich und unglaubwürdig machen. Die Gesetze müssen für ALLE Bürger gelten. Auch fuer Herrn Hoeness. Hier kann es nur eine Entscheidung geben - KNAST und für die Strafe 18 MIO gerade stehen.

  • Ich halte es mit seinem Freund Beckenbauer:
    Uli, ich drück die die Daumen, dass du da irgendwie wieder heraus kommst.

    Allerdings muss man in realistischer Weise anmerken, dass die Geldbeträge mittlerweile sehr hoch geworden sind. Es ist bis heute nicht klar herausgearbeitet worden, wie hoch letztendlich der nicht versteuerte Vermögenszuwachs war, denn wenn jemand im Jahr 01 40 Mio Gewinn hat, nichts versteuert (10 Mio.) und dann diese 40 Mio. in 02 wieder verzockt (Steuer = 0), dann hat er ein Vermögen von 0 abzüglich einer Steuerschuld von 10 Mio., also - 10 Mio. Den Richter interessieren solche Berechnungen nicht und ich denke, der Uli muss sich auf ein weniger schönes Ambiente einstellen. Unser Staat definiert, was ein Verbrechen ist, und wenn die Tatbestandsmerkmale erfüllt sind, dann muss verurteilt werden. Die Höhe des Strafmaßes sollte man dem Richter überlassen und nicht dem ungebildeten Mob. Viele meinen bereits jetzt die gerechte Strafe ganz genau zu kennen.

    Im Gegensatz zu 99% Bloggern bin ich der Auffassung,dass man aufpassen sollte, dass der Uli keinen Promimalus bekommt. In jedem Fall wünsche ich ihm, falls er zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wird, die Genehmigung eines Sky-Abos.

  • Macht das so wie bei dem damals verurteilten Promi Karsten Speck der durch Finanzbetrügereien zu einer Haftstrafe verurteilt wurde aber als Freigänger eingstuft wurde,so das er zum schlafen in den Knast musste.
    So kann er sich am Tage bewähren und abends in seiner Zelle über die Scheiße nach denken !

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