Neue Arbeitsorganisationen bieten sich an
„Hitze verändert Lebensstil in Deutschland“

Die zunehmende Hitze in Deutschland verändert nach Ansicht des Sozialpsychologen Volker Linneweber den Lebensstil der Menschen deutlich. „Wir werden mit Klimaänderungseffekten konfrontiert, von denen wir noch gar nichts ahnen“, sagte der Professor der Universität Magdeburg am Dienstag in einem dpa- Gespräch. Auch die Art zu arbeiten dürfte sich langfristig ändern. „Ich kann mir vorstellen, dass wir den Tag anders ausnutzen und eine gewisse Siestamentalität einkehren könnte.“

HB/dpa HAMBURG. Langfristig biete sich eine Arbeitsorganisation an, bei der die Arbeitnehmer im Sommer mittags eine lange Pause machen und sich etwa im Freibad oder im Schatten erholen - um dafür abends länger zu arbeiten. Wärmeres Wetter könnte auch strenge Kleidungsnormen aufweichen. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Tagesschausprecher schon einmal ohne Jackett dasaßen.“

Die Auswirkungen des Klimawandels greife zunehmend auf bisher ungeahnte Bereiche über. So werde Deutschland allmählich zu einer Region, in der die Spitzenwerte des Stromverbrauchs nicht länger im Winter, sondern im Sommer liegen, sagte Linneweber: „Wir beobachten hier einen deutlichen Trend.“ Der Hauptgrund ist der seit rund zehn Jahren boomende Einsatz von Klimageräten - mit wiederum negativen Folgen für Umwelt und Klima.

„Wir sind seit Mitte der 90er Jahre den Launen der Natur in einem Ausmaß ausgesetzt, von dem wir vorher noch nichts geahnt hatten.“ Plötzlich merken die Menschen, dass sie die Natur eben nicht im Griff haben. Der vor allem durch Abgase ausgelöste Klimawandel müsse daher einerseits nach Möglichkeiten abgeschwächt werden. Andrerseits müssten sich die Menschen besser auf die Folgen einstellen und Hochwasser und Hitzeperioden einkalkulieren.

„Wir werden zunehmend anfälliger für Klimaveränderungen“, sagte Linneweber. Intensiv erforscht werden die Auswirkungen von Wetter- und Klimawandel auf soziale Systeme, Verhalten und Zivilisation nach Angaben des Wissenschaftlers, der auch schon am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung arbeitete, seit Beginn der 90er Jahre.

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