Neue Aufregung am Freitagnachmittag
In London ist die Angst zurück

Der Schock in der britischen Hauptstadt sitzt tief: Fast genau zwei Jahre nach den verheerenden Anschlägen auf den Nahverkehr mit über 50 Toten ist London nur knapp einem neuen Terroranschlag entgangen. Am Morgen entschärfte die Polizei eine Autobombe, die nach Einschätzungen von Scotland Yard verheerende Wirkung gehabt hätte, wäre sie hochgegangen. Am Nachmittag neue Aufregung: Die Polizei sperrte einen weiteren Teil der Innenstadt ab. Die Park Lane nahe des Hyde Parks wurde wegen eines verdächtigen Fahrzeugs abgeriegelt, teilte eine Sprecherin von Scotland Yard mit. Der Hyde Park wurde teilweise geräumt, berichtete die BBC.

HB/mth/mm LONDON. Normalerweise drängen sich hier Touristen, Banker und Anwälte, normalerweise schieben sich hier die Massen in U-Bahneingänge und in die roten Doppeldeckerbusse, normalerweise bekommt man hier kaum einen Stehplatz. Aber heute ist nicht normalerweise, heute fährt die lange Schlange der Busse fast leer die Fleet Street hinunter von St Pauls in Richtung Trafalgar Square, ein unheimliches Bild.

Die Angst ist wieder da, wer es irgendwie vermeiden kann, der fährt heute nicht Bus oder U-Bahn. Fast genau zwei Jahre nach den verheerenden Anschlägen auf den Londoner Nahverkehr mit über 50 Toten hat die britische Polizei am Freitag im Herzen der Stadt zwischen Trafalgar Square und Piccadilly Circus eine Bombe entschärft – und was für eine: Der lindgrüne Mercedes war voll mit Benzin, Gasflaschen und großen Nägeln. Eine Explosion des in einem geparkten Autos versteckten Sprengsatzes hätte zahlreiche Verletzte oder Tote zur Folge haben können, sagte der zuständige Anti-Terror-Chef.

Vor dem gelben Absperrseil am Eingang zur Straße Haymarket drängen sich ein paar Schaulustige, die Kamerateams sind aber deutlich in der Überzahl. Ein etwa 40-jähriger Jamaikaner, dem die Dreadlocks unter der bunten Mütze hervor quellen wird von einem Mikrofon zum anderen weiter gereicht. Immer wieder erzählt er die Geschichte, wie in der Nacht die Polizei innerhalb weniger Minuten die gesamte Gegend abriegelte.

Laut dem Chef der Antiterrorabteilung von Scotland Yard, Peter Clarke, befanden sich in dem Fahrzeug „große Mengen von Benzin in Kanistern und Gaszylindern und eine große Menge Nägel". Morgens um 2 Uhr wurden Ambulanzfahrer, die in der Nähe waren, auf das Fahrzeug aufmerksam. Sie glaubten, Rauch in dem Fahrzeug zu sehen und riefen die Polizei. Sprengstoffexperten der Polizei entsicherten einen Sprengsatz in dem Fahrzeug „per Hand", sagte Clarke. „Wenn der Sprengsatz losgegangen wäre, hätte es signifikante Verletzungen oder Todesfälle gegeben."

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