Neue Brände in Europa und Kanada
„Michaela“ stellt alles in den Schatten

Die Hitze in Deutschland und Europa treibt neuen Rekorden entgegen. Es könnte an mehreren Orten Deutschlands über 40 Grad heiß werden, sagte Wetterexperte Jörg Kachelmann am Freitag. Derweil flammen immer neue Waldbrände in Portugal, Frankreich und Italien auf. Über den lodernden Wäldern der kanadischen Provinz British Columbia stiegen dunkle Rauchwolken auf. Zuletzt wüteten 577 Feuer auf 550 Quadratkilometern, stark betroffen ist die Region um die Rocky Mountains.

HB/dpa LISSABON/VANCOUVER/HAMBURG. „Die 40 Grad sind praktisch jeden Tag möglich“, sagt Meteorologe Thomas Schmidt vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. „Das Wetter ist schon anstrengend.“ Hitzehoch „Michaela“ stellt alles in den Schatten: Der bisherige deutsche Hitzerekord von 40,2 Grad könne sogar an mehreren Orten übertroffen werden, sagte Kachelmann vom Wetterdienst Meteomedia. Die Spitzentemperatur war am 27. Juli 1983 im bayerischen Gärmersdorf gemessen worden.

Nach Angaben der Polizei macht andauernde Hitze aggressiver. „Auch der Schlafentzug spielt eine Rolle, weil die Menschen wegen der Hitze schlechter schlafen“, sagt Sibylle Dörflinger, Diplompsychologin beim Sozialwissenschaftlichen Dienst der Polizei Niedersachsen.

Nach Ansicht von Naturschützern könnte es im Südwesten Deutschlands künftig so warm werden wie am Mittelmeer. „Die Natur ist aus dem Lot“, sagt Siegfried Schuster vom Naturschutzbund (NABU) in Stuttgart. Nach den Aalen im Bodensee und im Rhein sind auch die Forellen und Lachse durch die hohen Temperaturen in Flüssen und Seen gefährdet.

In Portugal, Frankreich, Italien und Griechenland breiten sich unter sengender Sonne immer neue Waldbrände aus. Auch in Polen steigt angesichts der Hitze die Waldbrandgefahr. In der kanadischen Provinz British-Columbia kämpften Feuerwehrleute, Soldaten und freiwillige Helfer zuletzt an mehr als 1000 Fronten gegen vernichtende Feuerwalzen.

In Portugal reißt die Serie verheerender Waldbrände nicht ab. In einem Dorf bei Guarda kam eine 30-jährige Frau in den Flammen ums Leben. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Waldbrände auf 15. In Spanien starben erneut drei Menschen an den Folgen der Hitze. Damit erhöhte sich die Zahl der Hitze-Toten auf 18.

Mehr als 600 Feuerwehrleute kämpften gegen einen Waldbrand im Hinterland der französischen Hafenstadt Nizza. In Italien flammten neue Feuer an der Ligurischen Küste und in der Toskana auf. In Griechenland brachen zahlreiche kleinere Waldbrände aus.

Viele Forstbezirke in Ostpolen haben wegen der Brandgefahr das Betreten der Wälder verboten. Neue Großfeuer wüteten auf mehreren Inseln und im Hinterland der kroatischen Adriaregion Dalmatien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%