Neue Einfälle und Ideen sind gefragt – RTLs „Fear Factor“ soll Alternative bieten
Castingshows öden nur noch an

Castingshows buhlen mittlerweile nur noch in der zweiten Reihe um die Gunst der Zuschauer: Das RTL-„Star Duell“ kommt gerade einmal auf 2,5 Millionen Fans, die Sat.1-Reihe „Star Search“ quält sich vor etwa 1,6 Millionen Zuschauern durchs Programm.

HB HAMBURG. Vor anderthalb Jahren noch wäre das fast undenkbar gewesen. Vor mehr als zehn Millionen vor Spannung zitternden Zuschauern schwebte die RTL- Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ regelmäßig auf Wolke sieben - die biedere Konkurrenz war ohne Chance. Und auch die erste Staffel des Sat.1-Gegenstücks „Star Search“ ließ sich im Sommer 2003 gut an. Castingshows schienen das Erfolgsrezept dieses Jahrzehnts zu werden. Doch der Boom ist schneller gebrochen als erwartet. Das Fernsehen produziert nur Monotonie.

Von den Sendern kommen allerdings noch Durchhalteparolen. „Das Format ist noch ausbaufähig“, sagt ein RTL-Sprecher über das „Star Duell“. Auch Sat.1 will noch nicht am Nimbus von „Star Search“ rütteln. „Allgemein haben es Castingshows schwer“, sagt eine Sprecherin. Tatsache ist aber, dass Gottschalk am Wochenende gerade mit einem Marktanteil von rund 27 % bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern im sonst als „alt“ und „betulich“ apostrophierten ZDF den TV-Nachwuchs angesprochen hat, den RTL und Sat.1 für sich beanspruchen wollen.

Der Grund für die Erfolglosigkeit liegt in dem Mangel an neuen Einfällen. Es reicht nicht, zehn Leute auf die Bühne zu stellen und eine Jury mit Küblböck und Krüger, Balder und Biedermann über die Kandidaten befinden zu lassen, damit das TV- Publikum viel Geld in Anrufe für seine Lieblinge investiert. Wenn dieses Spiel sich jeden Tag im Fernsehen auf mehr oder weniger amüsante Weise wiederholt, sinkt die Einschaltquote und steigt die Abschaltquote.

Die Castingshows stellen die Programmverantwortlichen der TV-Sender vor Probleme, Alternativen sind gefragt. Ob Shows wie „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus“ oder „Fear Factor“ (Start am 22. April bei RTL) eine langfristigere Zukunft vor sich haben, wird sich zeigen.

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