Neue Entwicklungen im Mordprozess
Kaufmann legte falsches Geständnis ab

Der Schauspieler Günther Kaufmann hat vermutlich ein falsches Geständnis abgelegt. Er war im November 2002 wegen Tötung seines Steuerberaters zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Verantwortlich für dessen Tod sind nach Angaben Boies drei vor kurzem in Berlin verhaftete Männer. Der Staatsanwalt bestätigte Medienberichte, wonach die Freundin von einem der Männer der Polizei einen Tipp gab.

HB/dpa MÜNCHEN. Das Trio hatte den Steuerberater in seinem Haus in München überfallen. „Aus den Aussagen der Verdächtigen folgt, dass der Mann bei diesem Überfall getötet wurde“, sagte Boie der dpa. Die Rolle von Kaufmann müsse nun vollständig neu geprüft werden. An dem Überfall soll er nach den Worten Boies nicht beteiligt gewesen sein - gleichwohl gibt es Spuren von ihm am Tatort.

Der in Berlin inhaftierte Kaufmann selbst habe sich bislang nicht geäußert. Der aus Fassbinder-Filmen bekannte Kaufmann hatte gestanden, er habe sich vorsätzlich auf sein Opfer fallen lassen und es mit seinem Körpergewicht erstickt. Auslöser für die Tat soll ein Kreditbetrug seiner Frau Alexandra an dem Opfer gewesen sein.

Wenn die neu aufgedeckten Sachverhalte stimmten, müsste der Prozess tatsächlich neu aufgerollt werden, sagte Kaufmanns Anwalt Nikolaus Köhler. „Dann müsste man sich auch schon fragen, warum Kaufmann damals ein Geständnis abgelegt hat“. Vor der Einsicht in die Akten wolle er die Aussagen aber nicht kommentieren, sagte Köhler.

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