Neue Forschungsergebnisse
Konkurrenten beeinflussen Partnerwahl

Was spielt im Tierreich eine Rolle, wenn ein Männchen ein Weibchen als Partner wählt? Potsdamer Tierökologen entdeckten einen Faktor, den bisher niemand auf der Rechnung hatte. Denn es ist nicht nur Schönheit, Größe oder Fruchtbarkeit, die die Wahl des Männchens beeinflussen.

anh DÜSSELDORF. „Schon die Anwesenheit eines Konkurrenten verändert die Entscheidung des Männchens“, sagt Thomas Plath von der Universität Potsdam. Er und seine Kollegen präsentierten ihren Laborfischen, dem kleinen Mexikokärpfling Poecilia mexicana, verschieden großeWeibchen. Konnten die Fischmännchen unbehelligt ihre Wahl treffen, entschieden sie sich regelmäßig für die größten und schwersten Weibchen, die in aller Regel fruchtbarer sind als kleine Kärpflingdamen. Je nach Größe bekommen die Fischweibchen zwischen fünf und vierzig Junge. Erschien auf der Bühne aber ein männlicher Konkurrent, änderten die Romeos plötzlich ihre Vorlieben und wählten gleichmäßiger zwischen großen und kleinen Weibchen aus.

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als ob die Fischmännchen auf Nachwuchs verzichten, erscheint die Zurückhaltung im evolutionären Lichte durchaus plausibel. „Sie versuchen so wahrscheinlich, Spermienkonkurrenz zu vermeiden, weil sich die Weibchen mit mehreren Männchen paaren könnten“, schreiben die Forscher im Fachblatt „Animal Behaviour“. Wenn sich dann die Spermien mischen, besteht die Gefahr, dass die eigenen gar nicht zum Zuge kommen. Wer ein kleines, nicht so begehrtes Weibchen in Betracht zieht, könnte also am Ende mehr davon haben.

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