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Neue Polit-Show: Raab kontert Kritik des Bundestagspräsidenten

Bereits vor der ersten Sendung kritisierte Bundestagspräsident Lammert die neue Polit-Show von Stefan Raab. Ein Preisgeld für den Kandidaten mit der populärsten Meinung sei „absoluter Unfug“. Raab sieht das anders.

Zeigt sich gelassen ob der Kritik an seiner neuen Sendung: Moderator Stefan Raab. Quelle: obs
Zeigt sich gelassen ob der Kritik an seiner neuen Sendung: Moderator Stefan Raab. Quelle: obs

BerlinEntertainer Stefan Raab hat die Kritik von Bundestagspräsident Norbert Lammert an seiner neuen Talksendung zurückgewiesen. „Einige in der Politik versuchen hier offenbar etwas zu verhindern, das sie mit ihren alten Mechanismen nicht beherrschen und kontrollieren können“, sagte Raab der „Süddeutschen Zeitung“.

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In der am Sonntag auf ProSieben startenden Politik-Talkshow „Absolute Mehrheit“ diskutieren die Gäste mit dem Ziel, die absolute Mehrheit der Zuschauer hinter sich zu versammeln und 100.000 Euro zu kassieren. Lammert hatte laut „Westfalen-Blatt“ von „absolutem Unfug“ gesprochen: „Wer Geld für Meinungen aussetzt, bestellt Meinungen für Geld.“

„Absolute Mehrheit“ Raab-Show: Michael Fuchs als Altmaier-Ersatz

Stefan Raab ist im Bundestag in letzter Minute fündig geworden.

Raab nannte es „unerhört“, dass Lammert in dieser Form über eine Sendung urteile, die das Ziel habe, junge Menschen wieder für die politische Diskussion zu begeistern. Den Vorwurf, durch das Preisgeld Meinungen zu kaufen, wies der 46-Jährige als absurd zurück. Meinungen für Geld würden am laufenden Band bestellt, „nämlich immer dann, wenn ein Politiker einen bezahlten Vortrag hält, wogegen ich grundsätzlich nichts habe“.

Raab empfahl Lammert, sich die Sendung erst einmal anzuschauen. Seine jungen Zuschauer seien anders als bei den klassischen Polit-Talkshows noch „formbar“ und ließen sich von Argumenten beeinflussen oder auch umstimmen.

Streit über Gästeliste Altmaier sagt Teilnahme an neuer Raab-Sendung ab

Mit neuen TV-Formaten ist Stefan Raab zum Show-Star geworden. Doch sein neues Vorhaben - ein Polit-Talk - steht unter keinem guten Stern. Grund sind Irritationen über die Gästeliste. Ein prominenter Gast sprang jetzt ab.

Bei der Sendung am Sonntag sind der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, der FDP-Chef im Kieler Landtag, Wolfgang Kubicki, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Jan van Aken und die Unternehmerin Verena Delius dabei. Nach der Absage von Bundesumweltminister Peter Altmaier wird zudem der CDU-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs erwartet.

Politische Talkshows seien derzeit viel zu einförmig, sagte Raab. „Und dann gibt's da diese Seilschaften von Redakteuren und Fernsehmachern bei den Öffentlich-Rechtlichen, die gern mal einen befreundeten Pressesprecher bei einer Parteizentrale anrufen.“ Raabs Fazit: „Durch diese Sendung wird die Welt nicht schlechter werden! Und das ist schon mal geil.“

 



  • 10.11.2012, 14:50 Uhrrollin

    Ich kann die "vorab" Kritik an der Sendung verstehen. Auch ich habe nach anfänglicher Freude über das Format erschreckt feststellen müssen, dass nicht der der Recht hat "gewinnt", sondern der, der am geschicktesten seine Meinung so vertritt (also auch Unwahrheiten erzählen darf). Also wie in der "echten Politik". Nur: Wofür dann dieses Sendung? Hier hätte ich das Gegenteil erwartet. Allerdings werde ich trotzdem die Sendung schauen. Es kann ja sein, dass da nochwas aus dem Hut gezaubert wird... immer dann wenn einer viele Stimmen hinter sich versammelt hat, werden durch Fakten seine Lügen enttarnt und dann muss er von vorne anfangen. Oder so. Wäre aber zu schön um wahr zu sein. Und vermutlich zu kompliziert für die Pro7 Zuschauer.

  • 10.11.2012, 15:34 UhrselbstdenkenderDemokrat

    „Wer Geld für Meinungen aussetzt, bestellt Meinungen für Geld.“

    Hat Lammert damit die 7.550.000.000.- Euro jählich für ARD/ZDF gemeint ?

  • 10.11.2012, 16:44 UhrWahrlichichsageEuch

    Der Angriff von Lammert ist nachvollziehbar. Denn die Parteien und Politiker sind es bisher gewohnt, dass sie die Meinung der Bürger nach Belieben ignorieren können, denn die Parteien sorgen mit ihren undemokratischen Listen stets dafür, dass stets die stromlinienförmigen Befehlsempfänger wiedergewählt werden. Deshalb sitzen nahezu immer dieselben überwiegend unfähigen Nasen in den Parlamenten.

    Die Bürger nachvollziehbar überzeugen müssen, ehrlich und gradlinig sein, die Stunde der Wahrheit: Das fürchtet der gemeine Politiker wie der Teufel das Weihwasser!

    Wenn die Show gut gemacht ist, halte ich es für durchaus möglich, dass sie junge Menschen für Politik interessieren kann. Bei dem, was die Politik in den letzten Jahren leistet, kriegen die jungen Menschen nämlich das große Kotzen.

    Auch wenn ich sonst eher kein Raab-Fan bin: Das sollte man sich erst einmal ansehen, bevor man gleich mit parlamentarischer Wucht draufhaut!

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