Neue Runde der WM-Querelen
Streit über deutsche Nationalhymne entbrannt

Die durch die Fußball-Weltmeisterschaft in Gang gesetzte Patriotismus-Debatte ist um eine Facette reicher: Gestritten wird nun über die deutsche Nationalhymne.

HB BERLIN. Unions-Politiker und WM-Organisatoren zeigten sich am Freitag empört über die Forderung der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) nach einer neuen Nationalhymne. Die GEW hatte zuvor kritisiert, das Deutschlandlied transportiere die Stimmung des Nationalsozialismus und der deutschen Leitkultur.

„Die Stimmungsmache gegen unsere Nationalhymne ist in der Sache abwegig und für eine Lehrergewerkschaft geradezu peinlich“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), der „Netzeitung“. Man solle sich vielmehr darüber „freuen, dass sich immer mehr Menschen zu unserem Land und seinen Symbolen bekennen“. Das habe mit Nationalismus „überhaupt nichts“ zu tun.

CSU-Generalsekretär Markus Söder sagte: „Dass jetzt sogar die GEW die Abschaffung der Nationalhymne fordert, zeugt von einem undemokratischen Geschichtsbewusstsein.“ Denn Einigkeit und Recht und Freiheit seien die Grundwerte unserer Demokratie. Der kulturpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, sagte, dass das Deutschlandlied begeistert gesungen werde, hänge „natürlich auch damit zusammen, dass es eben nicht dumpfen Nationalismus verströmt, sondern den Willen nach Einheit und Freiheit ausdrückt“.

Der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, sagte dagegen: „Die aktuelle Hymne ist belastet und passt nicht zu unserem Land.“ Darüber sei dringend eine offene Debatte nötig. Diese Auffassung vertrete auch der GEW-Bundesverband. „Wir dürfen nicht einfach den Deckel zu machen und nicht mehr über die Vergangenheit reden.“ Vielmehr benötige das Land eine neue Hymne.

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