Neue Trendviertel
Palma für Kenner

"Palma de Mallorca? Kennt doch jeder!", glauben die meisten Deutschen. Doch weit gefehlt: Die Inselmetropole hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Die neuen Trendviertel heißen Portixol, Es Molinar und Ciutat Jardi – mit dem Meer vor der Tür und guten Bars nebenan.

Willem Blom ist vor sieben Jahren nach Es Molinar gekommen – in diesen Vorort von Palma de Mallorca, damals noch sehr mallorquinisch geprägt und nicht von bestem Ruf. „Mir gefiel es jedoch, weil es überhaupt nicht touristisch war – anders als fast alle anderen Küstenabschnitte der Insel“, sagt der 45-jährige Holländer. Der Softwareentwickler mietete sich eine Wohnung mit Blick aufs Meer, die er fünf Jahre später kaufte. Seine spanische Freundin Rosa Maseda war außerordentlich skeptisch. Ihre Großmutter hatte noch härtere Zeiten in Es Molinar miterlebt: „Sie sagte mir immer, dort und in den Nachbarorten Portixol und Ciutat Jardí wolle niemand wohnen, weil in dieser Gegend viele Zigeuner lebten. Zudem seien die Häuser von schlechter Qualität.“

Das hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Fast alle zweistöckigen Häuser in der ersten Reihe am Meer sind renoviert. Eine neue 16 Kilometer lange Strandpromenade verbindet jetzt Ciutat Jardi, Es Molinar und Portixol mit Palmas Innenstadt, führt an den Hafen und die Kathedrale. Radfahrer flitzen am Meer entlang, Inlineskater ziehen ihre Runden, in den Cafés trinken die Menschen ihren Cortado und genießen den Blick über die Bucht von Palma. In den verwinkelten Straßen der Viertel – ein Horror für jeden Autofahrer – hat sich eine urbane Szene entwickelt, die man sonst nur in Großstädten antrifft, ein buntes Gemisch aus italienischen, japanischen und mexikanischen Restaurants, mallorquinischen Hotels und Bars, inmitten vieler kleiner weißer Fischerhäuschen.

Wie Blom entschieden sich immer mehr Ausländer, die auf der Insel arbeiteten, dort zu investieren. Rund um Es Molinar verdreifachten sich in den vergangenen zehn Jahren die Immobilienpreise. Designer-Hotels wie „Portixol“, „Playa Azul“ und „Portofino“ siedelten sich an, die ein junges internationales Publikum oder Reisende anziehen, die auf der Insel beruflich zu tun haben. So hat dieser Küstenabschnitt nichts mit den Tourismushochburgen gemein, die im Anschluss folgen: El Arenal, Cala Millor oder Cala Ratjada. Kein Ballermann und kein Bierkönig: In Palmas neuen Trendvierteln geht es viel ruhiger zu, hier mischen sich verschiedene Kulturen und Lebensformen in einer entspannten Atmosphäre.

Alle genießen den blauen Himmel Mallorcas, den Strand direkt vor der Haustür, Palmas City nur wenige Gehminuten entfernt und abends Clubs wie den „Puro Beach Club“ in Portixol. Gelebt und gefeiert wird allerdings nicht in einer so dekadenten Atmosphäre, wie man sie zuweilen im Südwesten der Insel an Orten wie Benindat oder Andratx antrifft. Ferraris und Porsches sucht man hier vergeblich. Wer Geld hat, protzt nicht damit. Gute Nachbarschaft hat größeren Wert.

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