Neue Vorwürfe
Strauss-Kahn kontert Anzeige mit Anzeige

Die französische Publizistin Tristane Banon will Dominique Strauss-Kahn wegen Vergewaltigung anzeigen. Der Ex-IWF-Direktor will mit einer eigenen Anzeige kontern - und kämpft nun an zwei Fronten zugleich.
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ParisDer einstige IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn wird in einem weiteren Fall der versuchten Vergewaltigung beschuldigt. Die französische Publizistin Tristane Banon kündigte am Montag über ihren Anwalt eine Anzeige an. Zu der Tat sei es im Februar 2003 während eines Interviews gekommen, das die damals 23-Jährige für ein Buchprojekt geführt habe, sagte der Jurist David Koubbi dem Nachrichtenmagazin „L'Express“. Die Anzeige werde am Mittwoch bei der französischen Staatsanwaltschaft eintreffen.

„Ich kann es nicht mehr hören, dass gesagt wird, ich sei eine Lügnerin, weil ich keine Anzeige erstatte“, begründete die 32-Jährige in einem erst am Abend veröffentlichten Interview des Magazins ihren Schritt. Wenn sie eines Tages mit diesen „acht Jahren Hölle“ abschließen wolle, müsse über den Fall geurteilt werden. Sie sei noch immer traumatisiert.

Strauss-Kahn schaltete umgehend französische Anwälte ein und ließ seinerseits rechtliche Schritte wegen falscher Anschuldigungen ankündigen. Der von Banon erhobene Vorwurf der versuchten Vergewaltigung sei erfunden, sagte ein Sprecher der Kanzlei Henri Leclerc & Associés in Paris. Man bereite eine Anzeige vor. „Ich weiß, dass ich die Wahrheit sage“, sagte hingegen Banon in dem Interview.

Gegen Strauss-Kahn wird seit Mitte Mai in den USA wegen einer angeblichen versuchten Vergewaltigung ermittelt. Vergangenen Freitag wurde er allerdings überraschend aus dem Hausarrest entlassen, weil Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Hauptbelastungszeugin aufgetaucht waren. Das „Wall Street Journal“ berichtete am Montag unter Berufung auf Ermittlerkreise, die US-Ankläger hätten immer mehr Skepsis ihr gegenüber.

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Strauss-Kahn als „brünftigen Schimpansen“ bezeichnet

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  • Hier will sich doch nur jemand wichtig machen. Sie möchte auch mal ins Fernsehen um eventuell ein bißchen bekannter zu werden. Warum hat Sie dann nicht 2003 Anzeige erstattet? Weil da gar nichts war und sie es vielleicht gerne mal so hätte. Für mich ist sie eine verdammte Lügnerin!!!

  • Wie kommen sie auf Mordaufruf? Es gibt Dinge, die passieren wenn man nicht vorsichtig ist

  • "Ich werde Anzeige erstatten"

    Sehe Sie - inzwischen kann jeder eine Anzeige erstatten. Wenn diese Anzeige alleine auf Rufmord hinausläuft, dann muss der Gesetzgeber dem einen Riegel vorschieben - z.B. strengere Anforderungen beim Vorermittlungsverfahren, wo die Lügen der Anzeigeerstatterin schonungslos aufgedeckt werden, falls vorhanden.


    In Ihrem Fall wäre es auch Rufmord. Denn Sie behaupten ja, dass ich hier einen Mordaufruf gestartet habe.


    Und genau das meine ich. Der Rufmord ist in manchen Fällen schwerwiegender als eine Vergewaltigung. Für Rufmord gibt es aber (in den meisten Fällen) nur eine Rüge durch das Gericht (siehe Andreas Türk), für Vergewaltigung dann bis zu 5 Jahren Gefängnis.
    Das kann nicht sein, hier ist das römische Recht historisch auszelegen: Gleiches mit Gleichem.

    Also: Wenn einer Frau bei angeblicher Vergewaltigung Rufmord nachgewiesen werden kann, dann steht ihr die gleiche Strafe zu, die dem Beschuldigten angedacht wäre.


    Im Falle DSK würde also das Zimmermädchen für 20 Jahre in den Knast wandern, falls sie mit ihren Knacki-Clique
    etwas Geld verdienen wollte.

    Für Banon würden dann 5 Jahre Knast fällig, falls sie über DSK einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichen will.


    Dann wäre sowas von schnell Ruhe im Wald!
    Und wenn der Gesetzgeber diese Ruhe nicht herstellen kann/will, dann muss man selbst durchgreifen. Denn in diesem Fall steht einem dieses Recht historisch zu. Dass es im StGB nicht ausdrücklich steht, heißt nicht, dass man es nicht auch hat.

    So wurde das Notwehrrecht (Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum) aus dem römischen Recht abgeleitet und ist im BGB/StGB verankert.

    Hier in Deutschland wollen doch viele Verhältnisse wie in den USA. In den USA darf bei Notwehr, wenn es um Eigentum geht, auf den Täter sofort geschossen werden. In den meisten Fällen bedeutet es den Tod.

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