Neuer Sars-Verdachtsfall in Singapur
Sars ist noch nicht besiegt

Singanpur ist nicht Sars-frei. Das hatte die Weltgesundheitsorganisation zwar vor drei Monaten erklärt. Jetzt ist erneut ein Mann in einem ersten Test für Sars-positiv befunden worden. Die Lungenseuche meldet sich zurück.

HB SINGAPUR/MANILA. Erste Tests deuteten darauf hin, dass der Mann sich mit der lebensgefährlichen Lungenkrankheit angesteckt habe, bestätigte die Sprecherin des singapurischen Gesundheitsministeriums, Bey Mui Leng. Eine zweite Überprüfung werde am Abend durchgeführt werden. In der Vergangenheit hatten sich vorläufige positive Resultate manchmal als falsch herausgestellt.

Der WHO-Generaldirektor Lee Jong Wook warnte in der philippinischen Hauptstadt Manila vor einem neuen Ausbruch der Krankheit. „Keiner von uns kann voraussagen, was bis zum Ende diesen Jahres noch passieren wird“, sagte er auf einer Tagung der WHO.

Der in Singapur erkrankte chinesisch-stämmige Mann sei isoliert in einem Krankenhaus untergebracht, teilte das Gesundheitsministerium mit. Stationen des Krankenhauses, in dem sich der Mann zuerst gemeldet hatte, wurden den Angaben zufolge vorsorglich für Besucher geschlossen. Der Patient sei in eine Klinik verlegt worden, in dem die meisten der Singapurer Sars-Patienten behandelt worden waren. In dem Stadtstaat waren mehr als 30 Personen an der Lungenkrankheit gestorben, seit die ersten Sars-Fälle im November 2002 registriert worden waren.

Weltweit waren mehr als 800 Menschen an der Krankheit gestorben, die meisten davon in China. Angesteckt hatten sich weltweit ungefähr 8500 Menschen. Unternehmen mussten wegen Sars Einbußen in Milliardenhöhe verzeichnen. Anfang Juli hatte die WHO mit Taiwan den letzten der betroffenen Staaten für Sars-frei erklärt.

Heilmittel ist nicht in Sicht

WHO-Chef Lee forderte alle Länder auf, wachsam zu bleiben, damit ein erneuter Ausbruch der Krankheit vermieden werde. „Wir sind sicher, dass die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch im Juli gestoppt wurde und dass es bisher nicht zurückgekehrt ist. Dennoch ist das Virus immer noch da draußen“, sagte WHO-Mitarbeiter Peter Cordingley. Ein Mittel gegen Sars ist nach Ansicht der WHO nicht in Sicht. Nach wie vor sei zu wenig über die Krankheit bekannt. „Wir wissen nicht wirklich etwas über dieses Virus. Wir wissen, dass es einen Namen hat, aber wir sind uns nicht sicher, wo es herkommt. Wie wissen nicht, wie es sich verbreitet“, sagte Cordingley.

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