„Neuland“
Geflügelzüchter gibt Betrug mit Gütesiegel zu

Geflügel aus artgerechter Tierhaltung: Das verspricht das Siegel des „Neuland“-Vereins. Einem Medienbericht zufolge hat ein Landwirt nun zugegeben, Fleisch aus Masthaltung massenhaft falsch deklariert zu haben.
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BerlinEin Landwirt aus Niedersachsen soll nach einem Medienbericht in großem Stil Geflügel aus konventioneller Tierhaltung unter dem sogenannten Neuland-Gütesiegel verkauft haben. Der Neuland-Verein verspricht eine besonders artgerechte Tierhaltung. „Zeit online“ berichtete am Dienstag, der Mann habe gegenüber der Wochenzeitung eingeräumt, jahrelang konventionell gehaltene Mastvögel eingekauft, geschlachtet und als Neuland-Geflügel verkauft zu haben. Er sei der wichtigste Neuland-Geflügellieferant und habe damit Hunderttausende Euro verdient, heißt es in dem Bericht.

Es sei ein Einzelfall, bei dem möglicherweise „kriminelle Energie und Raffgier“ eine Rolle gespielt hätten, teilte Neuland in einer Stellungnahme mit, ohne den Betrugsvorwurf direkt zu bestätigen. Der Landwirt habe Ende 2013 gekündigt. Es sei zu einem Zerwürfnis gekommen, nachdem Neuland mit seinen Trägerverbänden beschlossen habe, „nur noch langsam wachsende Rassen einzusetzen“.

Neuland wird vom Deutschen Tierschutzbund, dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) getragen. „Das Ziel war und ist, eine soziale, qualitätsorientierte, tiergerechte und umweltschonende Tierhaltung mit hoher Glaubwürdigkeit und Transparenz (...) zu praktizieren“, heißt es im Internetauftritt des Vereins mit Sitz in Bonn.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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