Neun Morde zugegeben
Fall Fourniret: Staatsanwalt ruft Opfer zur Mithilfe auf

Der mutmaßliche Serienmörder Michel Fourniret hat nach Angaben der französischen Staatsanwaltschaft vermutlich weit mehr Sexualverbrechen begangen als bislang zugegeben. Außerdem soll er mehrere bewaffnete Überfälle gemacht haben.

HB PARIS. „Er hat gesagt, dass er zwei junge Mädchen pro Jahr „gejagt“ hat“, sagte der Generalstaatsanwalt von Reims, Yves Charpenel, der Zeitung „Le Parisien“ (Montagausgabe). Er sei skeptisch wegen der angeblichen Inaktivität Fournirets zwischen 1990 und 2000. „Die große Medienwirkung dieser Affäre hilft uns vielleicht, Fälle von Verschwundenen zu klären.“

Der Franzose Fourniret hat neun Morde in Belgien und Frankreich zugegeben, nachdem er von seiner Frau angezeigt worden war. Die meisten seiner Opfer waren junge Mädchen, die er vergewaltigte und erdrosselte. Charpenel rief Vergewaltigungsopfer, die sich bisher aus Scham oder Schuldgefühl nicht gemeldet hätten, zur Anzeige auf.

„Solche Taten werden nicht mehr als Vergehen eingestuft. Die Dinge haben sich sehr geändert“, sagte er. „Heutzutage nimmt jeder Staatsanwalt solche Anzeigen wegen Vergewaltigung sehr ernst.“

Fourniret wird darüber hinaus anderer Schwerverbrechen bezichtigt. „Man weiß, dass er hinter bewaffneten Überfällen in Belgien steckt“, sagte Charpenel. Fourniret habe niemals offiziell gearbeitet, aber das Schloss Sautou gekauft, wo am Samstag die Leichen zweier seiner Opfer entdeckt worden waren. Fourniret wolle immer die Kontrolle behalten. „Das ist ein Schachspieler. Wenn er sieht, dass er geschlagen ist, wirft er den König um.“

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