Neunjähriger aus Leipzig ermordet Mitja wohl Opfer eines Sexualverbrechers

Der seit Donnerstag vermisste neunjährige Mitja aus Leipzig ist vor seinem gewaltsamen Tod wahrscheinlich sexuell missbraucht worden. Gegen einen Mann wurde nun Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Er ist bei der Polizei kein Unbekannter.
Der getötete neunjährige Mitja aus Leipzig wurde zuletzt in einer Straßenbahn gesehen. Die Polizei sucht nach dem Mann, der auf Aufnahmen einer Überwachungskamera in der Bahn als Sitznachbar des Jungen zu erkennen ist. Foto: dpa

Der getötete neunjährige Mitja aus Leipzig wurde zuletzt in einer Straßenbahn gesehen. Die Polizei sucht nach dem Mann, der auf Aufnahmen einer Überwachungskamera in der Bahn als Sitznachbar des Jungen zu erkennen ist. Foto: dpa

HB LEIPZIG. Der als mutmaßlicher Mörder gesuchte Uwe K. ist bereits 1998 wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden, war danach aber unauffällig. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Sonntag in Leipzig mit. Der Junge soll seinem späteren Mörder am Donnerstag auf dem Heimweg vom Hort begegnet sein. Die Leiche des Kindes wurde am Samstagabend in der Gartenlaube des Gesuchten am Rande von Leipzig gefunden. Die Obduktion ergab, dass der Schüler in der Nacht zum Freitag erstickt wurde. Gegen den flüchtigen Mann wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Die Fahndung sollte auch in der Nacht mit 50 Beamten und einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera fortgesetzt werden.

Der Mann war dem Jungen vermutlich an einer Haltestelle begegnet und mit ihm in die Straßenbahn eingestiegen. „Dort konnten eine Überwachungskamera den Mann mit dem Jungen filmen“, sagte der Kriminaldirektor der Leipziger Polizei, Uwe Matthias. Der Neunjährige war mit dem Mann an seiner Zielhaltestelle vorbeigefahren.

Anschließend seien Mitja und sein späterer Mörder „in einem anscheinend vertrauten Verhältnis“ in eine Bäckerei gegangen, wo der 43-Jährige für sein Opfer noch Kuchen kaufte. „Der Junge wollte den Kuchen, und der Mann hat ihn aussuchen lassen. Die Verkäuferin hat keinerlei Angst bei dem Jungen bemerkt“, sagte Matthias. Sie sei nach bisherigen Erkenntnissen die letzte gewesen, die Mitja lebend sah.

Nach der Vermisstenmeldung der Mutter am Donnerstagnachmittag sei sofort eine große Suchaktion angelaufen, die aber erfolglos blieb, sagte der Leiter der Polizeidirektion Westsachsen, Bernd Merbitz. Das in der Bahn gemachte Foto sei den Eltern vorgelegt worden. „Diese haben den Mann fälschlicherweise als einen Bekannten eines ihrer Kinder identifiziert, der noch am Abend festgenommen wurde“, sagte Merbitz. Dies habe sich jedoch als Irrtum herausgestellt.

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