Neustadt
Jäger verwechselt Hund mit Wildschein

Auf die Wiese in der Westfalz führten Wildschweinspuren, und zwischen den Gräsern streifte ein Tier mit einem dunklen Rücken. Der Jäger war sich sicher: Es musste einfach ein Wildschwein sein. Er irrte.

HB NEUSTADT Als sie ihren Mischlingshund an einem lauen Sommerabend spazieren führten, hörten sie plötzlich einen lauten Knall: Das Ehepaar fand den Hund tot im Grass liegen. Ein Jäger hatte ihn erschossen.

Die Jagdbehörde nahm dem schusseligen Weidmann den Jagdschein ab – und verhängte eine dreijährige Sperre für die Wiedererteilung. Das wollte sich der Jäger nicht bieten lassen, schließlich sei es an jenem Abend dunkel gewesen, argumentierte er, der Hund habe eben wie ein Wildschein ausgesehen. Er klagte vor dem Verwaltungsgericht in Neustadt.

Doch die Justiz gab der Jagdbehörde Recht: In einem Urteil am Freitag erklärten die Richter, es bestünden „berechtigte Zweifel“, ob der Angeklagte beim Jagen auch vorsichtig genug sei. Er habe zu voreilig geschossen, und eine grundlegende Jagtpflicht verletzt.

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