New Economy
Web 2.0 oder „the winner takes it all“

Die New Economy ist zurück. Daran gibt es keinen Zweifel. Die Lage erinnert sehr an die Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende - doch inzwischen ist das Internet alltäglich und selbstverständlich geworden

DÜSSELDORF. "Rstubblefield" macht keinen Hehl aus seiner Lage: "Familienvater will mit aller Kraft wieder auf eigenen Füßen stehen", steht über dem Familienfoto mit Frau und drei Kindern auf www.prosper.com. Der 47-Jährige aus Florida sucht auf dem privaten Internet-Kreditmarkt 1 100 Dollar zu maximal 17 Prozent Zinsen. Seine Bewertung durch andere Mitglieder seiner Gruppe weist ihn als einen aus, der es ernst meint: Fünf Sterne zeigen, dass er bislang sein Wort gehalten, brav zurückgezahlt hat und Schritt um Schritt von seinem Schuldenberg runterkommt.

Prosper.com ist die kapitalistische Antwort des Web 2.0 auf die Grameen Bank ("Barfuß-Bank") des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus. Der eine vergibt Kredite an Menschen in der Dritten Welt, denen normale Banken nur die kalte Schulter zeigen. Prosper wendet sich an Menschen, die mitten im Reichtum wieder aus den Finanzsystemen herausgefallen sind. Früher, vor dem Web 2.0, endeten sie allein gelassen in Hinterzimmern bei dubiosen Kredithaien mit Wucherzinsen.

Doch vielleicht ist Prosper.com, der Kredit von Mensch zu Mensch, viel mehr und der Herausforderer des klassischen Bankensystems, auf den alle gewartet haben. So wundert es kaum, dass sich die Liste der Geldgeber liest wie das Who?s who des Silicon-Valley-Risikokapitals: Accel Partners, Benchmark Capital, Fidelity Ventures, Omidyar Network.

Die New Economy ist zurück. Daran gibt es keinen Zweifel. Nachdem Anfang des Jahrtausends die Internet-Blase mit lautem Knall geplatzt war, hat sie sich jetzt wieder gestrafft und professionalisiert. Google, Yahoo oder Amazon sind bei Milliarden-Dollar-Umsätzen in die Gewinnzone vorgerückt. Google ist an der Börse schon mehr wert als IBM.

"Genau genommen war die New Economy nie weg", sagt Stefan Eikelmann, Partner und Geschäftsführer bei der Consultingfirma Booz Allen Hamilton. Nur die Wahrnehmung war eine andere. "Während sich die Finanzmärkte nach dem Crash verschreckt verabschiedeten, haben die Konsumenten das Web kontinuierlich in ihr Leben integriert." Selbst das junge so genannte "Web 2.0" - hier definiert als interaktive Webseiten, die den Surfer in Kommunikation und Inhalteerstellung einbeziehen - hat schon einen festen Platz gefunden, sagt Eikelmann. Bereits 12,4 Mill. Deutsche aus allen Altersschichten nutzen regelmäßig mindestens eine Web-2.0-Seite, haben die Berater herausgefunden.

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