New Orleans weitgehend verschont
Neuer Hurrikan bedroht US-Küste

Auch wenn „Gustav“ weniger heftig als befürchtet die Stadt erreichte, zeigten viele Menschen Verständnis für die Zwangsräumungen. „Auf jeden Fall ist es eine gute Übung. Die Behörden haben bewiesen, dass sie aus der Katastrophe gelernt haben“, sagte der Chefredakteur der Zeitung „Times-Picayune“, Jim Amoss. Das Blatt war vor drei Jahren beim Hurrikan „Katrina“ die einzige Zeitung, die auch auf dem Höhepunkt der Katastrophe regelmäßig erschien.

In den Hotels von New Orleans befanden sich Hunderte von Journalisten, ansonsten patrouillierten lediglich Einheiten von Polizei und Nationalgarde durch die ausgestorbene, gespenstisch wirkende, unwirtliche Stadt im Mississippi-Delta. Insgesamt befanden sich laut CNN noch rund 100 000 Menschen in der gefährdeten Küstenregion.

US-Präsident George W. Bush sagte in der Notstands-Einsatzzentrale in Houston (US-Bundesstaat Texas), die Koordination zwischen Regierung, Behörden und Hilfsorganisationen beim Hurrikan „Gustav“ sei sehr viel besser als beim Hurrikan „Katrina“. Der Direktor des US-Katastrophenschutzes FEMA, Dave Paulison, sprach von einer „einzigartigen Kooperation zwischen dem US-Verteidigungsministerium, privaten Organisationen und den Bundesbehörden sowie dem Roten Kreuz. Diesmal seien für die Menschen der Küstenregion auch rechtzeitig Transportmittel wie Busse und Züge zur Verfügung gestellt worden. „Wir haben eine der erfolgreichsten und am besten koordinierten Evakuierungen erlebt, die ich je gesehen habe“, sagte Paulison. Über 7000 Menschen seien ausgeflogen worden, dazu noch 584 schwer kranke Menschen. Rund 45 000 befanden sich demnach am Montag in Notunterkünften außerhalb der Krisenregion - nach Katrina seien es 140 000 gewesen.

„Dies wird der erste wirkliche Test sein, ob wir aus „Katrina“ gelernt haben“, sagte auch Bürgermeister Nagin. Er hoffe, dass die neuen und die verstärkten alten Deiche jetzt standhalten würden. Erst 2011 können die geplanten neuen Deichsysteme laut US- Heimatschutzminister Michael Chertoff die teilweise unter dem Meeresspiegel liegende Stadt wirkungsvoll schützen.

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