New Yorker Bar: Apps gegen den Präsidenten: „Boycott Trump“ und „Buycott“

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Trinken gegen Trump

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Apps gegen den Präsidenten: „Boycott Trump“ und „Buycott“

Zuvor hätte man eine beliebte Methode des politischen Engagements eher „Kaufen gegen Trump“ nennen können. Wer zum Trump-Imperium gehört oder mit ihm Geschäfte macht, soll die Quittung bei der nächsten Quartalsbilanz bekommen.

So lautet die Idee hinter der App „Boycott Trump“, direkt nach der Wahl finanziert von der Democratic Coalition Against Trump. Die App „Buycott“ wiederum zielt auf Unternehmen, deren Führung sich mit Trumps Politik einverstanden erklärt.

Der Protest gegen Trump hat allerdings auch schon für steigende Umsätze gesorgt. Vor Trumps Amtseinführung erlebte etwa der US-Schreibwarenhandel einen Aufschwung. Nach 22 Wochen mit sinkenden Umsätzen – von der Weihnachtswoche abgesehen – stieg vor dem Women’s March der Verkauf von Pappe, Filzstiften und ähnlichem Protestplakatmaterial um mehr als 30 Prozent, berichtete Marktbeobachter NPD.

Aus den Sprüchen auf eben jenen Plakaten hat sich inzwischen ein eigener Markt entwickelt. Zu den beiden Herren, die seit dem vergangenen Herbst vor dem New Yorker Trump Tower Buttons mit Anti-Trump-Botschaften feilbieten, hat sich ein ganzes Heer an Herstellern gesellt, das sich besonders im Internet breitmacht. Da gibt es „Not My President“-Ohrringe und „I Didn’t Vote For Him“-Shirts, 50er-Packs Protestpostkarten und Nadelkissen mit der Visage des US-Präsidenten.

Und obwohl oder vielleicht gerade weil Trump kaum trinkt, spielt Alkohol im Protestgeschäft schon lange eine Rolle. Bereits im Juni 2015 machte beispielsweise ein Bier namens Chinga Tu Pelo die Runde. Eigentlich war es als Blonde Ale die Hausmarke des Restaurants des Trump Tower in Chicago. Doch dann nannte Donald Trump Mexikaner „Verbrecher und Vergewaltiger“, die Mikrobrauerei 5 Rabbit Cerveceria kappte umgehend ihre Geschäftskontakte zu dem Großauftraggeber – und saß auf fässerweise Bier.

Mit dem neuen Namen Chinga Tu Pelo („Fick deine Haare“) war das Ale bald ausverkauft. Seither kann man T-Shirts mit dessen Design erstehen, und ein Teil des Gewinns geht bis heute an gemeinnützige Organisationen.

Auch diese Idee ist nicht neu. Im Januar verkündeten Dutzende Lokale in Washington, am Tag von Trumps Amtseinführung würden sie ihre Gewinne an Einwanderer- und Bürgerrechtsorganisationen sowie an die bereits im Vorfeld von Trump unter Beschuss genommene Frauengesundheitsorganisation Planned Parenthood spenden.

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Die Gewinne gehen an Hilfsorganisationen

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