New Yorker Bar: Die Gewinne gehen an Hilfsorganisationen

New Yorker Bar
Trinken gegen Trump

  • 0

Die Gewinne gehen an Hilfsorganisationen

Das Prinzip dahinter fand schon vor Trump Anwender. Seit 2013 gibt es im texanischen Houston eine Bar namens Okra Charity Saloon, die sämtliche Gewinne wechselnden lokalen Hilfsorganisationen zukommen lässt. Der Website zufolge nähert sich der Gesamtbetrag inzwischen einer Million Dollar; monatlich ist penibel aufgeführt, welche Organisation wie viel bekam.

„Mein jetziger Geschäftspartner bei Coup, Sother Teague, erzählte mir von Okra“, sagt Coup-Chef DeRossi. Daraufhin wollte er dasselbe machen, allerdings mit klarem Blick auf Trump: Die New Yorker Bar soll Organisationen unterstützen, denen die US-Regierung die Finanzierung streicht oder die Geld brauchen, um gegen die Regierung vorzugehen.

Allerdings kann DeRossi keine Spendenzahlen vorweisen. „Wir machen das doch erst den dritten Monat“, sagt er und wedelt mit der Hand durch sein winziges Büro, in dem drei Mitarbeiter auf Computertastaturen hämmern. An einem schlechten Tag seien es vielleicht nur zehn Prozent Gewinn, schätzt DeRossi. Eine gutlaufende Cocktailbar könnte ansonsten mit 20 bis 25 Prozent Gewinn rechnen. Bei Coup kostet ein Bier 15 Dollar, Cocktails und Wein kosten 20 Dollar.

DeRossi betreibt zwar einige der angesagtesten Cocktailbars New Yorks, aber mit Fundraising hat er kaum Erfahrung – auch nicht mit der zentralen Rolle von Glaubwürdigkeit. Eine gute Woche in den Juli hinein erfährt man zwar am Ort, aber nicht auf der Website, welche Organisationen Coup-Trinker diesmal unterstützen. „Weil Trump sich aus dem Klimaabkommen verabschiedet hat, sind es diesen Monat alles Umweltorganisationen“, sagt DeRossi.

In der direkten, klar positionierten Reaktion auf aktuelle Nachrichten liegt vielleicht der Schlüssel zum Erfolg – oder zumindest ein Schutz gegen den Zorn der Verbraucher. Während Pepsi im April mit einem absurden Werbemix aus Reality-Sternchen, Protestplakaten und Polizei einen Sturm der Entrüstung auf sich zog, hatte die Wodka-Marke Smirnoff im Juni mit ihrer Werbekampagne die Lacher größtenteils auf ihrer Seite. „Made in America“, heißt es darin. „Aber wir können gerne über unsere Russlandverbindung sprechen, auch unter Eid.“

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

Kommentare zu " New Yorker Bar: Trinken gegen Trump"

Alle Kommentare
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%