New Yorker U-Bahn wird 100 Jahre alt
Happy Birthday, Subway!

Am Montag wird New Yorks U-Bahn 100 Jahre alt. Die Subway hat stets eine besondere Atmosphäre ausgestrahlt, die Stoff für Musicals, Gedichten und Dutzenden Büchern lieferte. Fußmüden Touristen in New York raten Reiseführer, die Stadt auch unter Tage und ganz besonders von dem auf Stelzen gelegenen Hochbahnteil zu erkunden.

HB NEW YORK. Die Verkehrsbehörde bietet eine 24-Stunden-Besichtigung über das 1162 Kilometer lange Schienennetz der Stadt zum Spottpreis von 4 Dollar (3,16 Euro). Wer früh genug aufsteht und Glück mit dem Wetter hat, kann die spektakuläre Silhouette der Millionenstadt bis hinunter zur Freiheitsstatue von der Manhattan Bridge aus genießen - ein Streckenabschnitt der D-Linie.

Ellas musikalische Empfehlung, „Take the A Train“, führt durch ein unter Naturschutz stehendes Sumpfgebiet auf Long Island, das Jamaica Bay Wildlife Refuge. Sie gibt auch den Blick auf den Atlantik frei, über den Flieger aus aller Herren Ländern dem Kennedy-Flughafen zuschweben. Der L Train passiert den historischen Evergreen-Friedhof mit Gräbern einiger der prominentesten New Yorker, während die Linie 7 an einem Relikt der Weltausstellung 1964 vorbeifährt, der knapp 40 Meter hohen, ausgehöhlten „Unisphere“- Weltkugel. New Yorks Subway ist zwar nicht das älteste, aber doch das größte U-Bahn-System der Welt. Der erste Spatenstich für dieses „technische Wunderwerk“ wurde 1900 getan. Damals drohten 3,5 Millionen Einwohner und die tägliche Flut neuer Immigranten Manhattan zu ersticken. Um der Insel Luft zu verschaffen, musste eine Verbindung in den Norden und in den Osten - nach Brooklyn - her.

Am Eröffnungstag, dem 27. Oktober 1904, nahmen bereits 150 000 Fahrgäste das Angebot wahr: „City Hall to Harlem in 15 Minutes“ (Nur 15 Minuten vom Rathaus nach Harlem) - und das für fünf Cents (heute 0,04 Euro). Mit ihrem Vier-Schienen-Netz für Express- und lokale Züge in beide Richtungen war die New Yorker Subway zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch das schnellste Verbindungssystem der Welt. Am 23. Dezember 1946 stellte sie ihren noch heute gültigen Rekord von 8,8 Millionen Einzel-Beförderungen auf.

Die Zeit der Depression und der beibehaltene Fahrpreis von fünf Cents führte in den 1940er Jahren zum wirtschaftlichen Ruin der U- Bahn-Betreiber IRT und BMT. Die Stadt übernahm das Netz, konnte den Verfall jedoch auch nicht aufhalten. Immer weniger Bürger legten den Weg ins Büro unter New Yorks Straßen zurück. Zu Beginn der 80er Jahre war der Tiefpunkt erreicht: laut Statistik blieb ein Drittel aller Züge im Berufsverkehr stecken. Schuld waren Motorenschäden, Tunnelfeuer oder marode Schienen. Nicht ein Waggon, der damals nicht über und über mit Graffiti beschmiert gewesen wäre. Inzwischen ist die Subway wieder das beliebteste - und wegen der verstopften Straßen - auch das schnellste Verkehrsmittel der NEW YORKer. Investitionen über 39 Milliarden Dollar brachten Schienen und Züge auf Vordermann. Mehr als 100 Bahnhöfe wurden überholt. Die Renovierung der anderen steht auf dem Programm. Zur Begeisterung von Kunstfreunden beförderten Meißel und Schrubber auch lange verdeckte, wertvolle Mosaikwände und Skulpturen ans Licht. Zu den skurrilsten gehört eine Bronzearbeit im Bahnhof von Manhattans 14. Straße: Ein aus einem Schacht auftauchendes Krokodil, das sich gerade eine Passantin zum Verzehr geschnappt hat.

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