Newsblog zum Germanwings-Absturz Cockpittür war verschlossen

Laut der „New York Times“ soll vor dem Germanwings-Unglück nur einer der beiden Piloten im Cockpit gewesen sein. An der Absturzstelle wurden die ersten Leichen geborgen. Die Ereignisse am Mittwoch im Newsblog.
Update: 26.03.2015 - 03:24 Uhr 41 Kommentare

Ermittler sichern Audiodatei

Am Schauplatz der Flugzeugkatastrophe in den französischen Alpen wurden nach Polizeiangaben die ersten Leichen geborgen. Die Wucht des Aufpralls ließ den Airbus A 320 von Germanwings laut Rettungskräften in kleinste Trümmer zerbersten. Bei dem Absturz von Flug 4U 9525 waren am Dienstag alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Über die Ursachen ist weiterhin nichts bekannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte den Ort des Absturzes. In Paris analysiert die französische Untersuchungsbehörde BEA den Stimmenrekorder.

+++Lufthansa: „Keine Informationen“ über Vorgänge im Cockpit+++

Die Lufthansa hat einen Zeitungsbericht zu den Absturz-Umständen der Germanwings-Maschine zunächst nicht bestätigen können. „Wir haben derzeit keine Informationen vorliegen, die den Bericht der „New York Times“ bestätigen“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am frühen Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Man werde sich bemühen, weitere Informationen zu bekommen und „sich nicht an Spekulationen beteiligen“. Nach Informationen der Zeitung soll sich einer der Piloten aus dem Cockpit ausgeschlossen haben. Warum er das Cockpit verließ und warum der Airbus A320 in den Sinkflug ging, sei unklar, hieß es. „Sicher ist, dass ganz zum Schluss des Fluges der andere Pilot allein ist und die Tür nicht öffnet“, wird der Ermittler zitiert.

+++Pilot soll sich vor Unglück aus dem Cockpit ausgeschlossen haben+++

Einer der Piloten der Germanwings-Maschine hat einem Zeitungsbericht zufolge vor dem Unglück das Cockpit verlassen. Er sei danach ausgeschlossen gewesen und habe nicht mehr an seinen Platz zurückkehren können, berichtete die „New York Times“ am Mittwoch unter Berufung auf Auswertungen des Stimmenrekorders. "Der Mann draußen hat leicht an die Tür geklopft und es gab keine Antwort", zitierte die Zeitung einen nicht näher genannten Ermittler. Auch nach stärkerem Schlagen gegen die Tür habe es keine Antwort gegeben. "Man kann hören, wie er versucht, die Tür einzutreten", wird der Ermittler zitiert.

+++Germanwings-Chef: Piloten nicht besorgt wegen Zustands der Flugzeuge+++

Germanwings-Chef Thomas Winkelmann hat Berichte zurückgewiesen, Mitarbeiter seines Unternehmens hätten aus Sorge um die technische Zuverlässigkeit der Flugzeuge den Dienst verweigert. „Wir haben Crews, die sich aus emotionalen Gründen nicht in der Lage fühlen, zu fliegen, weil sie unter Schock stehen und in tiefer Trauer sind“, sagte Winkelmann der „Bild-Zeitung“ (Donnerstag). „Aber das hat nichts mit dem technischen Zustand irgendeines Lufthansa oder Germanwings-Flugzeugs zu tun.“ Auf die Frage, ob er sein Amt auch nach der Aufarbeitung des Absturzes ausüben wolle, antwortete er mit „Ja“.

+++ Die ersten Absturz-Opfer sind geborgen+++

Rettungskräfte haben nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich nach Polizeiangaben erste Leichen geborgen. Sterbliche Überreste der Opfer seien am späten Mittwochnachmittag von der Unglücksstelle weggebracht worden, bestätigte ein Sprecher der Polizei in Digne am Abend auf dpa-Anfrage. Der Polizeisprecher ließ offen, wie viele Leichen geborgen wurden. Die Suche nach den Getöteten war am Abend mit Einbruch der Dunkelheit eingestellt worden und soll am Donnerstag weitergehen.

+++ Zwei Sonderflüge für Angehörige der Absturz-Opfer+++
Die Lufthansa will Angehörige und Freunde der Opfer des Germanwings-Absturzes am Donnerstag mit zwei Sonderflügen nach Südfrankreich bringen. Eine Maschine mit Ziel Marseille soll um 8.40 Uhr in Düsseldorf starten, eine andere um 8.45 Uhr in Barcelona, wie die Lufthansa am Mittwochabend mitteilte. In Marseille würden die Hinterbliebenen an einem speziell eingerichteten Anlaufpunkt betreut.

+++ Sucharbeiten für die Nacht eingestellt +++
Die Sucharbeiten an der Absturzstelle des Airbus A320 in Südostfrankreich sind mit Einbruch der Dunkelheit für die Nacht eingestellt worden. Das berichtete „Le Figaro“ am Mittwoch auf seiner Internetseite. Wie am Vorabend wurden fünf Gendarmen zur Sicherung des Geländes zurückgelassen. Dort war die Germanwings-Maschine am Dienstag mit 150 Insassen abgestürzt.

Flugsicherung konnte Airbus-Piloten nicht erreichen
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41 Kommentare zu "Newsblog zum Germanwings-Absturz: Cockpittür war verschlossen"

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  • Lieber Herr Spohr, bei Ihrer Pressekonferenz heute nachmittags boten Sie das Bild einer - offensichtlich - aufrichtigen Trauer und Enttäuschung: ich nenne das Tränendrüse. Bei den faktischen Fragen konnten Sie die übliche Arroganz der Lufthansa nicht glaubwürdig darstellen....

    Das 'vier Augen Prinzip (Sie müssen es im US Luftraum ohnehin selbst immer einhalten) wurde offensichtlich in Ihrem Hause als 'nicht relevant' eingestuft. Es wurde nicht übernommen. Sie haben das auf Ereignisse wie Bewußtlosigkeit eines Crew members weg-argumentiert. Das dadurch resultierende Fehlverhalten Ihres Unternehmens hat in 149 Toten plus einem Selbstmörder resultiert.

    Es ist fatal, daß Sie diese Fehleinschätzung durch nicht relevante Aktivitäten wegdiskutieren wollen. Die Fehleinschätzung Ihres Unternehmens hat 150 Menschen das Leben gekostet.

    Kleiner Hinweis als Manager hätte es Ihnen wohl angestanden, diesen Punkt als 'wir werden uns damit beschäftigen und das Resultat bekannt geben' hätte Ihnen besser angestanden als die typisch Deutsche Arroganz die Sie mit Ihrer negativen Äußerung zeigten.

  • Lieber Herr Dannenberg,
    ja, klar, Sie haben natürlich Recht damit, dass dieser (und unzählige andere) Missstände, dringendst abgestellt werden müssten. Und auch damit, dass dies nicht bzw. nicht schnell genug geschieht nicht zuletzt der Tatsache geschuldet ist, dass diesen Themen nicht die ihrer Bedeutung angemessene (öffentliche) Aufmerksamkeit gewidmet wird, und dies von beiden Seiten (Medienberichterstattung und Öffentlichkeit).
    Aber hören Sie bitte auf mit dieser Aufrechnerei. Was soll das denn bringen?
    Man kann nicht alles relativieren. Das Leben ist schließlich keine Matheaufgabe.
    Hier passt m.E. Antoine de St. Exupérys Zitat:
    "Das Leben sprengt immer die Formeln".
    Kann man vielleicht auch so verstehen:
    Auch Menschen, denen die Naturwissenschaften vielleicht nicht so liegen, sind trotzdem absolut in der Lage, klare, vernünftige Gedanken zu fassen.

  • Wenn es kein Anschlag gewesen sein mag, dann bleibt fast nur noch die menschliche Tragödie übrig.
    Die Maschine ist kontrolliert abgestürzt.

  • Sehr geehrter Herr Thomas Riemke, oder wie Sie wirklich heissen (Ivan Piotrovic oder so was vielleicht...?), Sie haben wohl falsche Seite erwischt: das ist kein Artikel von der Ukraine. Egal... Ich finde es gut, sehr gut dass die zuständige Behörden ausdrücklich nicht spekullieren. Man weisst noch nix. Und bevor man Fakten nicht erfährt, soll mann sich keine Meinungen bilden, wie es vielleicht H. Sherlock Holmes ausdrücken möchte. Es sah so anders aus als die polnische Air Force One in Kharkiv in 2010 runter ging! Damals wussten die Behörden, Medien und russische sog. Ermittlungskommisionen alles schon Stunden nach der Katastrophe. Oder Stunden vor der Katastrophe. Ist doch egal.

  • Ich war zufällig im Auto unterwegs als das Unglück passierte. Den ersten Nachrichten zufolge hat das Flugzeug bereits in der Luft gebrannt und stürzte brennend zu Boden. Komischerweise hört man nun davon nichts mehr. Dazu kommt noch, dass es einen Tag vor dem Flug wegen technischer Probleme am Boden war.

    Meiner Ansicht nach waren technische Defekte oder Materialfehler schuld. Schließlich ist das Flugzeug 1990 ausgeliefert worden, wäre also dieses Jahr 25 Jahre im Dienst. Und die Materialien werden mit der Zeit nicht besser. Angeblich sind diese Airbusse auch nur auf 25 Lebensdauer ausgelegt.

    Aber man kann ja schön dem Piloten die schuld geben, der wahrscheinlich tot ist und sich nicht mehr wehren kann.

  • Fliegen ist nur "sicher" wenn man heil landet. Die Systeme operieren alle am Limit oder auch Über-Limit. Wegen dem Wettbewerb der Billigflieger wird das wohl alles noch gefährlicher. Die Menschheit muss andere, sicherere und Umwelt-freundlichere Verkehrmethoden finden, auch wenn es etwas langsamer geht.

  • Ich möchte auch nicht spekulieren, stelle aber fest, dass sehr vorsichtig formuliert wurde. Andere beschreiben derartiges Verhalten als sehr ausgewogen.

    Man muss sich vorstellen, dass in solchen Situationen es normal ist, wenn chaotische, emotionale Verhältnisse herrschen.

    Nichts derartiges könnte man feststellen.

  • Gerade wird gemeldet, dass der „Cockpit Voice Recorder“ nicht ausgewertet werden kann.
    Also gibt es keine Informationen darüber, was im Cockpit tatsächlich geschah.
    Ich will mich hier nicht an weiteren Spekulationen zum Geschehen beteiligen, verweise aber auf einen Handelsblatt-Bericht vom letzten Jahr:
    http://www.handelsblatt.com/technik/forschung-innovation/flugzeugkatastrophen-piloten-selbstmord-bleibt-ein-tabuthema/9626580.html



  • Betroffenheitstourismus der Politik, aus Deutschland (mit NRW), Frankreich, Spanien als Ziel-, Überflug- und Startland des verunglückten Fluges.
    Am Unglücksort..., jedenfalls soweit aus Hubschraubern erreichbar, und alles für die Publicity und Pressephotos und Kosten der Steuerzahler. Telefonisches Beileid für den Bürgermeister von Haltern... usw.. Ich könnte xxx.
    Außerhalb aller vielleicht individuell menschlichen Betroffen- und Berührtheit, Merkel sollte lieber eine Gruß- und Beileidsbotschaft mit den Hinterbliebenen aller Opfer via Medien absetzen, Kraft, wenn überhaupt, eher in Haltern oder am Düsseldorfer Flughafen stehen, Hollande ist eh nur da, weil die Maschine -leider noch- in Frankreich abgestürzt ist und Rajoy bzw. gestern König Felipe der VI. setzen auch nur als Abflugort Betroffenheitsduftmarken.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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