Newsblog zum Germanwings-Absturz
Cockpittür war verschlossen

Laut der „New York Times“ soll vor dem Germanwings-Unglück nur einer der beiden Piloten im Cockpit gewesen sein. An der Absturzstelle wurden die ersten Leichen geborgen. Die Ereignisse am Mittwoch im Newsblog.
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Am Schauplatz der Flugzeugkatastrophe in den französischen Alpen wurden nach Polizeiangaben die ersten Leichen geborgen. Die Wucht des Aufpralls ließ den Airbus A 320 von Germanwings laut Rettungskräften in kleinste Trümmer zerbersten. Bei dem Absturz von Flug 4U 9525 waren am Dienstag alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Über die Ursachen ist weiterhin nichts bekannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte den Ort des Absturzes. In Paris analysiert die französische Untersuchungsbehörde BEA den Stimmenrekorder.

+++Lufthansa: „Keine Informationen“ über Vorgänge im Cockpit+++

Die Lufthansa hat einen Zeitungsbericht zu den Absturz-Umständen der Germanwings-Maschine zunächst nicht bestätigen können. „Wir haben derzeit keine Informationen vorliegen, die den Bericht der „New York Times“ bestätigen“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am frühen Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Man werde sich bemühen, weitere Informationen zu bekommen und „sich nicht an Spekulationen beteiligen“. Nach Informationen der Zeitung soll sich einer der Piloten aus dem Cockpit ausgeschlossen haben. Warum er das Cockpit verließ und warum der Airbus A320 in den Sinkflug ging, sei unklar, hieß es. „Sicher ist, dass ganz zum Schluss des Fluges der andere Pilot allein ist und die Tür nicht öffnet“, wird der Ermittler zitiert.

+++Pilot soll sich vor Unglück aus dem Cockpit ausgeschlossen haben+++

Einer der Piloten der Germanwings-Maschine hat einem Zeitungsbericht zufolge vor dem Unglück das Cockpit verlassen. Er sei danach ausgeschlossen gewesen und habe nicht mehr an seinen Platz zurückkehren können, berichtete die „New York Times“ am Mittwoch unter Berufung auf Auswertungen des Stimmenrekorders. "Der Mann draußen hat leicht an die Tür geklopft und es gab keine Antwort", zitierte die Zeitung einen nicht näher genannten Ermittler. Auch nach stärkerem Schlagen gegen die Tür habe es keine Antwort gegeben. "Man kann hören, wie er versucht, die Tür einzutreten", wird der Ermittler zitiert.

+++Germanwings-Chef: Piloten nicht besorgt wegen Zustands der Flugzeuge+++

Germanwings-Chef Thomas Winkelmann hat Berichte zurückgewiesen, Mitarbeiter seines Unternehmens hätten aus Sorge um die technische Zuverlässigkeit der Flugzeuge den Dienst verweigert. „Wir haben Crews, die sich aus emotionalen Gründen nicht in der Lage fühlen, zu fliegen, weil sie unter Schock stehen und in tiefer Trauer sind“, sagte Winkelmann der „Bild-Zeitung“ (Donnerstag). „Aber das hat nichts mit dem technischen Zustand irgendeines Lufthansa oder Germanwings-Flugzeugs zu tun.“ Auf die Frage, ob er sein Amt auch nach der Aufarbeitung des Absturzes ausüben wolle, antwortete er mit „Ja“.

+++ Die ersten Absturz-Opfer sind geborgen+++

Rettungskräfte haben nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich nach Polizeiangaben erste Leichen geborgen. Sterbliche Überreste der Opfer seien am späten Mittwochnachmittag von der Unglücksstelle weggebracht worden, bestätigte ein Sprecher der Polizei in Digne am Abend auf dpa-Anfrage. Der Polizeisprecher ließ offen, wie viele Leichen geborgen wurden. Die Suche nach den Getöteten war am Abend mit Einbruch der Dunkelheit eingestellt worden und soll am Donnerstag weitergehen.

+++ Zwei Sonderflüge für Angehörige der Absturz-Opfer+++
Die Lufthansa will Angehörige und Freunde der Opfer des Germanwings-Absturzes am Donnerstag mit zwei Sonderflügen nach Südfrankreich bringen. Eine Maschine mit Ziel Marseille soll um 8.40 Uhr in Düsseldorf starten, eine andere um 8.45 Uhr in Barcelona, wie die Lufthansa am Mittwochabend mitteilte. In Marseille würden die Hinterbliebenen an einem speziell eingerichteten Anlaufpunkt betreut.

+++ Sucharbeiten für die Nacht eingestellt +++
Die Sucharbeiten an der Absturzstelle des Airbus A320 in Südostfrankreich sind mit Einbruch der Dunkelheit für die Nacht eingestellt worden. Das berichtete „Le Figaro“ am Mittwoch auf seiner Internetseite. Wie am Vorabend wurden fünf Gendarmen zur Sicherung des Geländes zurückgelassen. Dort war die Germanwings-Maschine am Dienstag mit 150 Insassen abgestürzt.

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  • Lieber Herr Spohr, bei Ihrer Pressekonferenz heute nachmittags boten Sie das Bild einer - offensichtlich - aufrichtigen Trauer und Enttäuschung: ich nenne das Tränendrüse. Bei den faktischen Fragen konnten Sie die übliche Arroganz der Lufthansa nicht glaubwürdig darstellen....

    Das 'vier Augen Prinzip (Sie müssen es im US Luftraum ohnehin selbst immer einhalten) wurde offensichtlich in Ihrem Hause als 'nicht relevant' eingestuft. Es wurde nicht übernommen. Sie haben das auf Ereignisse wie Bewußtlosigkeit eines Crew members weg-argumentiert. Das dadurch resultierende Fehlverhalten Ihres Unternehmens hat in 149 Toten plus einem Selbstmörder resultiert.

    Es ist fatal, daß Sie diese Fehleinschätzung durch nicht relevante Aktivitäten wegdiskutieren wollen. Die Fehleinschätzung Ihres Unternehmens hat 150 Menschen das Leben gekostet.

    Kleiner Hinweis als Manager hätte es Ihnen wohl angestanden, diesen Punkt als 'wir werden uns damit beschäftigen und das Resultat bekannt geben' hätte Ihnen besser angestanden als die typisch Deutsche Arroganz die Sie mit Ihrer negativen Äußerung zeigten.

  • Lieber Herr Dannenberg,
    ja, klar, Sie haben natürlich Recht damit, dass dieser (und unzählige andere) Missstände, dringendst abgestellt werden müssten. Und auch damit, dass dies nicht bzw. nicht schnell genug geschieht nicht zuletzt der Tatsache geschuldet ist, dass diesen Themen nicht die ihrer Bedeutung angemessene (öffentliche) Aufmerksamkeit gewidmet wird, und dies von beiden Seiten (Medienberichterstattung und Öffentlichkeit).
    Aber hören Sie bitte auf mit dieser Aufrechnerei. Was soll das denn bringen?
    Man kann nicht alles relativieren. Das Leben ist schließlich keine Matheaufgabe.
    Hier passt m.E. Antoine de St. Exupérys Zitat:
    "Das Leben sprengt immer die Formeln".
    Kann man vielleicht auch so verstehen:
    Auch Menschen, denen die Naturwissenschaften vielleicht nicht so liegen, sind trotzdem absolut in der Lage, klare, vernünftige Gedanken zu fassen.

  • Wenn es kein Anschlag gewesen sein mag, dann bleibt fast nur noch die menschliche Tragödie übrig.
    Die Maschine ist kontrolliert abgestürzt.

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