Aus aller Welt
Nichts als Ärger in Hollywood

Tom Cruise selbst hat es in „Tobey Maguire“ laut und deutlich in die Kamera gerufen. „Show me the money!“ brüllt er seinen mit der Kündigung drohenden Manager an.

HB LOS ANGELES. Jetzt holte die Filmszene den 44-jährigen Superstar im wirklichen Leben ein. Nur war es diesmal Cruise’ Boss Sumner Redstone, 83, Chairman des Medienriesen Viacom und in dieser Funktion Gebieter über die berühmten Paramount-Studios, der Cruise vor die Kulissentür setzte. Der Grund: Cruise war ihm zu teuer geworden, die Margen stimmten einfach nicht mehr, der Star erhielt die Kündigung.

Kein Einzelfall: Immer öfter machen die Studios nun gegenüber ihren hoch bezahlten Protagonisten Druck. Filmschauspieler wie Jim Carrey, Ben Stiller, Julia Roberts und Reese Witherspoon verdienen oft mehr als 20 Millionen Dollar für ihr Engagement in einem einzigen Film. Einer wie Cruise streicht mitunter sogar noch mehr ein. Für „Mission Impossible III“ soll Cruise rund 80 Millionen Dollar erhalten. Von dem Streifen wird erwartet, dass er weltweit mindestens 400 Millionen Dollar einspielt. Also hat der bekennende Scientologe neben seiner Standardgage auch Anteile an den verkauften Kinobilletts und DVDs in seinem Vertrag ausgehandelt. „Im Vergleich zu den Stars machen die Studios nur noch Peanuts“, schimpfte Redstone und fügte hinzu: „Wir müssen lernen, endlich auch mal Nein zu sagen, sonst können die Studios nicht überleben.“

Harsche Worte eines alten Haudegens. Harsche Worte, die allerdings auch bei jüngeren Kollegen gehört werden. Wohl auch, weil die Konkurrenz im „Showbizz“ stetig härter wird. Die Kinobetreiber haben sich gerade erst von der tiefen Krise des Jahres 2005 etwas erholt, doch sehen die langfristigen Perspektiven schon wieder düster aus. Das Internet wächst als alternativer Entertainmentkanal für junge Leute rasant. Gleichzeitig klettern die Produktionskosten für Kinofilme. Und weil die Studiobosse heute meist von börsennotierten Gesellschaften bezahlt werden, steigt der Druck seitens der Aktionäre, mit vernünftigen Margen zu wirtschaften. So ist es auch bei Paramount, nur ein kleiner Ast in einem weit verzweigten Medienreich.

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