Nigeria
Mindestens 100 Tote bei Brand an Öl-Pipeline

Bei einem Brandan einer Öl-Pipeline in Nigeria sind am Donnerstag mindestens hundert Menschen ums Leben gekommen. Dutzende sind noch vom Feuer eingeschlossen, so ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Mehr als 20 Menschen seien Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Die meisten Menschen starben nicht durch das Feuer selbst.

HB LAGOS. Unter den Toten befinden sich auch zahlreiche Schulkinder. Das Feuer erfasste mehrere Gebäude und Schulen im dörflichen Viertel Ijegun im Außenbezirk Alimosho der Metropole Lagos. Viele wurden zu Tode getrampelt, als die Menschen in Panik vor den Flammen flüchteten.

Der Brand war während Straßenbauarbeiten ausgebrochen. Ein Bagger riss ein Loch in die Pipeline. Das auslaufende Öl entzündete sich. Feuerwehren und Freiwillige versuchten die Flammen mit Wasser und Sand zu ersticken. „Als ich nach Hause kam, sah ich bei den Baggerarbeiten Funken fliegen. Als ob die Hölle auf uns herabregnen würde“, sagte der Dorfbewohner John Egbowon. „Dann rannten alle in verschiedene Richtungen.“ Der Hof einer Schule war von Sandalen und Ranzen übersät, die die Kinder auf ihrer Flucht verloren hatten.

In Nigeria sind wiederholt hunderte Menschen bei Bränden an Pipelines ums Leben gekommen, die von Treibstoffdieben angezapft wurden. Im Dezember wurden in einem anderen Dorf am Stadtrand von Lagos 45 Menschen getötet, als gestohlenes Öl in Flammen aufging. Ein Jahr zuvor waren ebenfalls in Lagos 250 Menschen bei einem ähnlichen Vorfall getötet worden. Das westafrikanische Land ist der achtgrößte Ölexporteur und Pipelines durchziehen das ganze Land. Die Mehrheit der Nigerianer verdient trotzdem weniger als zwei Dollar am Tag, weshalb viele große Risiken eingehen, um an Öl zukommen.

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