Nigeria: Mindestens 36 Tote bei Anschlag auf Christen

Nigeria
Mindestens 36 Tote bei Anschlag auf Christen

Die Explosion einer Autobombe in in der nigerianischen Stadt Kaduna hat 36 Menschenleben gefordert. Ziel des Anschlags war eine christliche Kirche. Dem Anschlag ging eine Verfolgungsjagd mit der Polizei voraus.
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KadunaIn Nigeria sind bei der Explosion einer Autobombe an Ostern mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. 13 Menschen wurden schwer verletzt, wie Sanitäter am Montag mitteilten. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt. Der Zeitpunkt zu Ostern und das Ziel des Anschlags - eine Kirche in der zentralnigerianischen Stadt Kaduna - deuten jedoch auf die radikal-islamische Gruppe Boko Haram hin. Sie hat die Einführung der islamischen Gesetzgebung in Nigeria gefordert und ist bereits für einige Anschläge gegen Christen verantwortlich. Papst Benedikt XVI. verurteilte die Angriffe in seiner Osteransprache.

Die Polizei verfolgte eigenen Angaben zufolge an Ostersonntag ein verdächtiges Fahrzeug, als es in einen anderen Wagen hineinkrachte und die Explosion auslöste. Anwohner sagten, der Attentäter habe versucht, sich in dem Auto einer Kirche zu nähern. Er wurde jedoch an einer Straßenabsperrung von der Polizei aufgehalten und anschließend verfolgt. Neben dem Attentäter seien einige Motorradfahrer getötet worden. In der Kirche und umliegenden Häusern gingen Fenster zu Bruch.

Am Sonntagabend ging in der ebenfalls im Zentrum des Landes gelegenen Stadt Jos eine weitere Bombe hoch. Es habe sich aber nur um eine kleinere Explosion gehandelt, sagte ein Militärsprecher. Tote habe es keine gegeben.

Nigeria hat rund 160 Millionen Einwohner - etwa die Hälfte von ihnen sind Moslems und leben vor allem im Norden, die andere Hälfte sind Christen und wohnen überwiegend im Süden. In den meisten Gebieten leben sie friedlich zusammen. Im Zentrum des Landes brechen allerdings immer wieder Konflikte aus.

Boko Haram orientiert sich an den afghanischen Taliban. Auf das Konto der Gruppe gehen einige Angriffe auf Christen. So verübte sie Anschläge an Weihnachten. Bei einem davon kamen alleine mindestens 37 Menschen ums Leben, mehr als 50 wurden verletzt. Bei einem Massaker im Januar wurden 186 Menschen getötet. Nach Festnahmen und Tötungen mehrerer führender Vertreter der Sekte verübten die Islamisten zuletzt aber wieder eher kleinere Anschläge.

In seiner Osteransprache verurteilte der Papst die Anschläge als „blutige terroristische Überfälle“. Er hoffe darauf, dass das Land den Aufbau einer friedlichen Gesellschaft wieder aufnehme, die die Religionsfreiheit ihrer Bürger respektiere. Unions-Fraktionschef Volker Kauder sprach von einem gezielten Angriff auf Christen an einem ihrer höchsten Feiertage.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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