Nobelpreise überreicht
IAEO-Chef El Baradei warnt Israel

Die diesjährigen Nobelpreise sind am Samstag in Oslo und Stockholm überreicht worden. Mit besonderer Spannung wurde die Rede von Mohammed el Baradei, dem diesjährigen Träger des Friedensnobelpreises erwartet.

HB OSLO/STOCKHOLM. Der Direktor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohammed el Baradei, nahm den Friedensnobelpreis in der norwegischen Hauptstadt Oslo in Empfang. Vor der feierlichen Zeremonie warnte der 62-jährige ägyptische Diplomat Israel indirekt vor Militärangriffen auf iranische Atomanlagen.

Schwedens König Carl XVI. Gustaf überreichte in Stockholm die Nobelpreise für Literatur sowie die in vier wissenschaftlichen Sparten an elf Preisträger aus sechs Ländern.

In einem Interview der norwegischen Zeitung „Aftenposten“ sagte El Baradei: „Man kann eine Land nicht mit Gewalt an der Beschaffung von Atomwaffen hindern.“ Atomwaffen müssen nach Ansicht des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers weltweit geächtet werden wie Völkermord oder Sklaverei. Auf der Welt gebe es 27 000 Atomsprengköpfe und dies seien 27 000 zu viel, sagte er. Das norwegische Nobelkomitee hatte den Friedenspreis je zur Hälfte el Baradei und der in Wien ansässigen IAEO für ihren Beitrag zur Verhinderung der militärischen Anwendung von Atomkraft den Friedensnobelpreis zuerkannt.

Die Auszeichnung für die IAEA nahm der Vorsitzende des IAEA-Gouverneursrats, der Japaner Yukiya Amano, entgegen. Das Nobelpreiskomitee hatte seine Entscheidung für el Baradei und die IAEA im Oktober bekanntgegeben. El Baradei sagte am Samstag weiter, die Welt sehe sich durch diese Massenvernichtungswaffen, durch Terrorismus und organisierte Kriminalität mit grenzüberschreitenden Gefahren konfrontiert. Diese Gefahren könnten nur durch die Kooperation aller gebannt werden, nicht durch den Bau von Mauern oder die Entwicklung noch stärkerer Waffen. El Baradei forderte eine bessere Überwachung von Nuklearmaterial, die Kontrolle von Atomkraftnutzung und beschleunigte Abrüstungsbemühungen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gratulierte El Baradei zur Verleihung der Auszeichnung. „Ich bin überzeugt, dass diese Anerkennung auch den globalen Nichtverbreitungs- und Abrüstungsbemühungen neuen Schwung verleihen wird“, schrieb Steinmeier in einem Telegramm. Er versicherte, dass auch die neue Bundesregierung die IAEO in ihren „Bemühungen um eine sicherere Welt nach besten Kräften unterstützen“ werde.

Glückwünsche erhielt El Baradei auch von Papst Benedikt XVI. „Dem Dienst, den Sie für die internationale Gemeinschaft geleistet haben, gebührt die höchste Auszeichnung“, hieß es in einem am Samstag veröffentlichten Telegramm, das der Kirchenführer dem IAEO-Chef bereits am 3. November geschickt hatte.

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