Nobelpreisträger Theodor Hänsch
Die Physik als Familie

Theodor Hänsch, Direktor am Max-Planck für Quantenoptik-Institut in Garching, teilt sich den diesjährigen Nobelpreis für Physik mit den Amerikanern John L. Hall und Roy Glauber.

HB DÜSSELDORF. Nobelpreisträger Theodor Hänsch sorgt für Präzision. Eine Atomuhr, die auf seiner wissenschaftlichen Arbeit aufbaut, hätte nur eine Ungenauigkeit von einer Sekunde in 30 Milliarden Jahren. Eine neue Standarduhr zur Ablösung der bisher für die Definition einer Sekunde verwendeten Cäsium-Uhr ist aber nur eine der vielen Anwendungsmöglichkeiten für die Arbeit des diesjährigen Physik-Nobelpreisträgers. "Unsere Entdeckungen werden wohl vor allem bei der Telekommunikation und der Navigation die weitestgehenden praktischen Auswirkungen haben", sagt Hänsch.

Seine Arbeit ist ein Beispiel für den unmittelbaren Nutzen der Wissenschaft für die Wirtschaft und belegt die These von der Sinnlosigkeit, zwischen angewandter Forschung und Grundlagenforschung zu trennen. Der 63-jährige Direktor am Max-Planck für Quantenoptik-Institut in Garching teilt sich den diesjährigen Nobelpreis für Physik mit den Amerikanern John L. Hall und Roy Glauber.

Der Preis ist die Krönung einer langen und sehr erfolgreichen wissenschaftlichen Karriere. Hänsch, der auch als Professor für Experimentalphysik und Laserspektroskopie an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrt, ist Träger zahlreicher Auszeichnungen. In diesem Jahr etwa erhielt er bereits den Otto-Hahn-Preis.

Hänsch gilt als einer der größten Physiker der Gegenwart. Und er gilt als Mensch, der ganz für seine Wissenschaft lebt. "Er hat die Physik zur Familie", sagt sein Münchener Kollege Eberhard Riedle über den kinderlosen Junggesellen. Neben der Wissenschaft sei wenig Platz für andere Themen. Sein Hobby, so sagt Hänsch selbst, ist die Physik. Und wie andere Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen können, zeigt er darin exzellente Leistungen.

Hänsch, geboren 1941, geht nach Physik-Studium und Promotion in Heidelberg nach Amerika an die Stanford Universität, wo er Professor wird. Er beginnt, wissenschaftliche Preise und Auszeichnungen anzuhäufen. Der junge Deutsche wird 1973 "California Scientist of the Year". Damit legt er früh die theoretischen Grundlagen für seine spätere Arbeit in der Laser- und Atomphysik. 1986 kehrt er zurück nach Deutschland und wird Professor in München.

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