Nordsee
Erneut Feuer auf Fähre einer dänischen Reederei

Beinahe-Evakuierung statt Frühstück. Ein Brand an Bord einer Fähre mit 651 Menschen an Bord hat am Mittwochmorgen die skandinavischen Seenotrettungskräfte in Alarm versetzt. Verletzt wurde niemand, aber es war das zweite Mal innerhalb von fünf Wochen, dass es auf einer Fähre der Reederei Vereinigte Dampfschiffs-Gesellschaft (DFDS) brannte.
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HB KOPENHAGEN. Gegen 6.00 Uhr sei auf dem Fahrzeugdeck der Fähre "Pearl of Scandinavia" ein Feuer ausgebrochen, sagte ein Sprecher der Reederei DFDS, Gert Jacobsen, in Kopenhagen. Die Situation sei aber unter Kontrolle, das Feuer gelöscht. Verletzte gebe es nicht. Bereits vor einem Monat war es auf einer anderen Fähre der Reederei zu einem Brand gekommen.

Die Fähre war auf dem Weg durch das Kattegat von Oslo nach Kopenhagen. Als das Feuer bemerkt wurde, befand sich das Schiff nördlich der dänischen Insel Seeland, auf der auch Kopenhagen liegt. Die Fähre könne den Hafen von Kopenhagen mit eigener Kraft erreichen, wo die 490 Passagiere und die 161 Besatzungsmitglieder von Bord gehen können, erklärte die Reederei.

Reedereisprecher Gert Jakobsen teilte mit, dass der Brand durch ein Feuer in einem Personenwagen auf einem der Wagendecks ausgelöst worden sei. Jakobsen wies vorläufige Behördenangaben zurück, wonach es zunächst im Maschinenraum gebrannt habe. Augenzeugen berichteten von starker Rauchentwicklung auf dem Wagendeck.

"Die Stimmung an Bord war jederzeit ruhig und undramatisch", sagte Jakobsen. Das berichteten auch Passagiere über Handy in norwegischen Medien. Im norwegischen Rundfunksender NRK kritisierte der Reisende Benny Omdahl, dass Brandmelder in den Kabinen nicht funktioniert hätten: "Eigentlich hätten sie rot blinken müssen. Das taten sie aber nicht."

Nach Ausbruch des Feuers seien alle Passagiere aus ihren Kabinen geholt und in die Restaurants und auf das Oberdeck gebracht worden, sagte eine Sprecherin. Die schwedische und dänische Küstenwacht stand bereit, die Fähre notfalls zu evakuieren. Drei Fahrzeuge an Bord seien ausgebrannt, sagte ein Sprecher der Kopenhagener Polizei.

Bereits vor gut einem Monat war es an Bord einer weiteren Fähre der Reederei zu einem Feuer gekommen. 236 Menschen wurden in der Nacht zum 9. Oktober von Bord der Fähre "Lisco Gloria" gerettet. Nach einer Explosion auf dem Oberdeck geriet das Schiff nördlich der Insel Fehmarn in Seenot. Anschließend lag die ausgebrannte "Lisco Gloria" zwölf Tage lang mit Schlagseite vor der Insel Langeland, bevor sie zur Untersuchung in den Hafen von Odense geschleppt wurde.

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