Notlandung in England: Dramatisches Ende von Fossetts Rekordflug

Notlandung in England
Dramatisches Ende von Fossetts Rekordflug

Der US-Millionär Steve Fossett hat den längsten Nonstop-Flug in der Geschichte der Luftfahrt mit einer Notlandung beendet. Nach fast vier Tagen mit Milchshakes als Nahrung stieß der Abenteurer am Boden erst einmal mit Champagner an.

HB MANSTON. Nach 76 Stunden und 42 467 Kilometern setzte der 61-Jährige am Samstagabend sein Leichtflugzeug „Virgin Atlantic Global Flyer“ in Bournemouth an der englischen Kanalküste auf. Dabei platzten zwei Reifen. Fossett zeigte sich erleichtert über das glückliche Ende des Flugs.

Über Shannon in Irland brach Fossett den bisherigen Rekord von 40 210 Kilometern, wie sein Flugkontrollzentrum mitteilte. „Ich hatte wirklich Glück, heute hierher zu kommen“, sagte Fossett auf dem Flughafen von Kent - diesen eigentlich vorgesehenen Landeort erreichte er im Privatjet seines Sponsors Sir Richard Branson. Von der dort wartenden Menschenmenge wurde Fossett mit stürmischem Applaus begrüßt.

Bei Beginn des Landeanflugs auf Kent habe er bemerkt, dass er in Schwierigkeiten stecke, sagte der Rekordflieger. Ein Instrument habe den Ausfall des Generators gemeldet. Daraufhin entschloss er sich zu der Notlandung. Fossett hatte schon zuvor alles auf eine Karte gesetzt und trotz Treibstoffmangels im Anschluss an die Erdumrundung an der zweiten Überquerung des Atlantiks festgehalten. Gleich zu Beginn der Reise hatte das Spezialflugzeug rund 340 Kilogramm Treibstoff verloren. Über Indien hätten schwere Turbulenzen „das Flugzeug fast auseinander gerissen“, sagte Fossett.

Auf dem ersten Abschnitt der Reise hatte der 61-Jährige mit Temperaturen bis 54 Grad im Cockpit zu kämpfen, weil es Probleme mit der Belüftung gab. Er musste große Teile seines Wasservorrats früher als geplant aufbrauchen. Während des Flugs schlief Fossett nicht mehr als zehn Minuten am Stück und ernährte sich von Milchshakes.

Die von Fossett zurückgelegte Flugstrecke von knapp 43 000 Kilometern ohne Zwischenlandung brach alle Rekorde: Das „Voyager“-Flugzeug legte 1996 gut 40 200 Kilometer zurück, der Ballon „Breitling Orbiter 3“ brachte es drei Jahre später auf 40 805 Kilometer. Der Abenteurer hat bereits mehrere Rekorde aufgestellt. Zuletzt umrundete er, finanziert von Sir Richard Branson, mit dem „GlobalFlyer“ im März vergangenen Jahres in 67 Stunden die Erde, nonstop und ohne aufzutanken. Nach der Pressekonferenz erhielt Fossett die Urkunde über den längsten Nonstop-Flug in der Luftfahrtgeschichte überreicht.

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