Notstand ausgerufen
Mehr als 330 Tote bei Erdbeben in Peru

Beim schwesten Erdbeben in Peru seit mehr als fünfzig Jahren sind offenbar mindestens 337 Menschen ums Leben gekommen. 827 erlitten Verletzungen. Das Drama ist noch nicht zu Ende: In der Stadt Pisco warten mindestens 200 Menschen unter den Trümmern einer Kirche auf Hilfe, berichtet der Bürgermeister.

HB LIMA. Am stärksten betroffen von dem Beben der Stärke 7,9 am Mittwochabend (Ortszeit) war die Region in der Umgebung der Städte Ica, Chincha und Cañete an der südlichen Pazifikküste.

Präsident Alan Garcia rief in der Region um Ica den Notstand aus. Dort seien die meisten Todesopfer zu beklagen, erklärte der Zivilschutz. Der stellvertretende Gesundheitsminister José Calderon bezeichnete die Lage in Ica als dramatisch und rief die Menschen zu Blutspenden auf. Ein Konvoi aus Ärzten und Schwestern war auf dem Weg in die 650 000-Einwohner-Stadt 120 Kilometer südlich von Lima. Nach Angaben eines Kameramanns von APTN sorgten Risse auf dem Pan American Highway und herabgestürzte Stromleitungen allerdings für massive Staus.

Die Ärzte in den staatlichen Krankenhäusern brachen ihren am Mittwoch begonnenen Streik ab, um den Opfern zu helfen. Medienberichten zufolge drängten sich in Ica zahlreiche Menschen in Krankenhäusern und warteten auf Hilfe, obwohl auch die Klinikgebäude bei dem Beben beschädigt wurden.

In der gesamten Stadt fiel der Strom aus, telefonischer Kontakt in die Region war nicht möglich. Nach Informationen des Fernsehsenders Canal N stürzte eine Kirche ein, 17 Menschen kamen dabei ums Leben.

Der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Pisco berichtete, Dutzende Leichen lägen auf den Straßen und mindestens 200 Menschen seien unter den Trümmern einer eingestürzten Kirche begraben worden. „Wir haben kein Licht, kein Wasser, keine Kommunikationsmöglichkeiten“, sagte Juan Mendoza dem Radiosender CPN. Aus Chincha berichtete ein APTN-Kameramann von zahlreichen Leichen im örtlichen Krankenhaus.

In der Hauptstadt Lima war das Beben ebenfalls zu spüren, mehr als zwei Minuten lang schwankte der Boden. „Ich dachte, dass es nie zu Ende sein würde“, sagte die Straßenverkäuferin Maria Pilar Mena. Der 27 Jahre alte Antony Falconi sagte, das Beben habe regelrecht Wellen geschlagen. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP sagte, im Stadtzentrum seien einige Häuser eingestürzt. Fensterscheiben und Straßenlaternen gingen zu Bruch. Hunderte Bewohner liefen in Panik aus den Häusern. Auch das Telefon- und Mobilfunknetz brach zusammen.

Präsident Garcia wies alle Polizisten an, auf den Straßen von Lima Dienst zu tun. In einem Einkaufszentrum brach ein Brand aus. Östlich der Hauptstadt blockierten Erdrutsche die Straßen.

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