Notwendige Mehrheit
Benedikt XVI. verschärft Regeln für Papstwahl

1996 lockerte der damalige Papst Johannes Paul II. die Vorschriften für die Papstwahl: Nach mehreren vergeblichen Anläufen sollte keine Zweidrittelmehrheit mehr nötig sein, sondern nur noch eine einfache. Karol Woytilas Nachfolger macht diese Liberalisierung wieder rückgängig.

HB VATIKANSTADT. Bei der Wahl eines neuen Papstes ist künftig auch in der letzten Abstimmungsrunde eine Zweidrittel-Mehrheit der Kardinäle erforderlich. Papst Benedikt XVI. gab am Dienstag eine entsprechende Anordnung bekannt. Die Regelung „wird den größtmöglichen Konsens bei der Wahl des neuen Papstes garantieren“, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi.

Damit hob Benedikt einen Erlass seines Vorgängers Johannes Paul II. auf, der die einfache Mehrheit nach mehreren vergeblichen Wahlgängen zugelassen hatte. Der aus Deutschland stammende Papst dagegen ordnete nun an, dass nach 33 Runden ohne Zweidrittel-Mehrheit unter den stimmberechtigten Kardinälen eine Stichwahl eine Entscheidung zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen bringen soll.

Gegner der vorherigen Regelung von 1996 hatten kritisiert, sie habe auch kleinen Mehrheiten eine Blockade der Wahl ermöglicht. Diese hätten einfach so lange durchhalten müssen, bis die Zweidrittel-Mehrheit nicht mehr nötig war. Kardinal Joseph Ratzinger hatte Medienberichten zufolge bei seiner Wahl 2005 diese Möglichkeit jedoch nicht genutzt. Demnach erhielt er in der vierten und letzten Runde mindestens eine Zweidrittel-Mehrheit. Der Ablauf ist aber nicht offiziell bestätigt, da die beteiligten Kardinäle sich zum Stillschweigen verpflichtet haben.

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