Nur 16 Tage zu sehen
Christos «Tore» in New York eröffnet

26 Jahre mussten die Künstler Christo und Jeanne-Claude warten, um ihr Kunstprojekt „Die Tore“ zu realisieren. Mit einer Deutung hielten sie sich aber zurück.

HB BERLIN. Vor tausenden Schaulustigen hat am Samstag im New Yorker Central Park Bürgermeister Michael Bloomberg das Großkunstprojekt «Die Tore» des Künstlerpaares Christo und Jeanne-Claude eröffnet. Es ist das größte Freiluftkunstwerk in der Geschichte der Millionenstadt.

Das Kunstwerk besteht aus 7500 mit goldgelbem Stoff behängten Toren, die über eine Strecke von 37 Kilometern die Parkwege überspannen. Bloomberg ließ mit Unterstützung der Künstler die erste der Stoffbahnen herab, anschließend griffen zahlreiche Helfer zu großen Stangen, um alle Stoffbahnen aus ihren Halterungen zu lösen und im Wind wehen zu lassen. Die beiden Künstler sprachen am Freitag von einem «goldenen Dach», das über den Wegen des berühmtesten Parks Amerikas «warme Schatten» werfe.

Christo und Jeanne-Claude hatten 26 Jahre warten müssen, um ihre künstlerische Idee verwirklichen zu können. Bloomberg ist der erste New Yorker Bürgermeister, der sich voll und ganz für das Vorhaben einsetzte und die behördlichen Genehmigungen durchsetzte. Er nannte die Aktion eine «Bewusstseinserweiterung». Die Künstler hielten sich jedoch mit einer Deutung zurück. Eine Botschaft sei nicht beabsichtigt, machte Jeanne-Claude klar: «Was ist auf der anderen Seite des Tors? Was immer die Menschen wollen. Irgendetwas. Es geht einfach darum, von einem Tor zum nächsten zu laufen und ein Kunstwerk von innen zu erleben.»

Aus Furcht vor Anschlägen sind zum Schutz der Kunstaktion hunderte Polizisten zu Fuß, auf Pferden, mit Motorrollern, Autos und Hubschraubern rund um die Uhr im Einsatz. Für die Kosten der Aktion kommt allein das Künstlerpaar auf. Sie erklärten, dass sie aus grundsätzlichen künstlerischen und ethischen Erwägungen keinerlei Gelder der Stadt annehmen würden. Auch sämtliche Angebote von Sponsoren seien strikt zurückgewiesen worden, sagten die Künstler.

Alle Kosten in einer Gesamthöhe von umgerechnet 15,5 Millionen Euro sollen aus dem Verkauf von Christos Zeichnungen, Modellen und Collagen des Projekts «Die Tore» gedeckt werden. Die New Yorker Behörden rechnen damit, dass mindestens 200.000 Touristen aus aller Welt anreisen, um sich das Kunstspektakel anzusehen.

Nach 16 Tagen wird das Kunstwerk abgebaut, sämtliche Tore werden dann recycelt. Die Vergänglichkeit ihrer Kunst, erklärten Christo und Jeanne-Claude, mache sie um so eindrucksvoller.

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