Nur noch Papier erlaubt
Plastiktütenverbot in San Francisco

Die kalifornische Kommune San Francisco hat am Dienstag als erste amerikanische Stadt Plastiktüten aus ihren Supermärkten verbannt. In großen Lebensmittelläden sind jetzt nur noch Stoff- und Papiertüten und andere biologisch abbaubare Produkte erlaubt. Nur kleine Geschäfte müssen sich nicht an die strikten Auflagen halten, die der Stadtrat im Frühjahr beschlossen hatte.

HB SAN FRANCISCO. Die Stadt will damit der drohenden Umweltkatastrophe durch Plastikabfälle entgegen wirken. Die Tüten ließen unter anderem die Abfallhalden wachsen und verschmutzten als Plastikmüll die Meere, hieß es zur Begründung.

US-Supermärkte geben beim Lebensmittelkauf kostenlos dünne Plastiktüten oder wahlweise Papiertüten an ihre Kunden aus. Allein in San Francisco wurden im vergangenen Jahr 180 Millionen Plastiktüten verteilt. Sarah Hillman hatte am Dienstag ihre eigenen Stofftüten beim Einkaufen im „Andronicos“-Supermarkt dabei. „Ich wusste gar nicht, dass der Plastiktütenbann heute beginnt“, sagte die junge Mutter. Sie sei schon im letzten Jahr auf Stoff umgestiegen.

„Viele Leuten haben heute noch Plastik verlangt und dann sauer reagiert, als es nur Papiertüten gab“, erzählt die Angestellte Maria Gayser, die den Kunden an der Kasse beim Einpacken hilft. „Auf lange Sicht eine gute Idee, aber die Umstellung ist recht lästig und wird vielen schwer fallen“, glaubt Gayser.

Drogeriemärkte in San Francisco müssen in sechs Monaten von Plastik auf Papier umschwenken. Verstöße gegen die neuen Vorschriften werden mit Strafgeldern in Höhe von 100 Dollar bis zu 500 Dollar für Wiederholungstäter belegt. Der Stadtabgeordnete Ross Mikarimi hatte den Gesetzesvorschlag eingereicht, nachdem eine Absprache zur freiwilligen Reduzierung der Plastiktüten gescheitert war.

Mit der neuen Regulierung will die Stadt indirekt den Verbrauch von 1,7 Millionen Litern Öl einsparen und 1,4 Tonnen Plastik-Müll im Jahr vermeiden. San Francisco hofft zudem, dass die Initiative auch auf andere Kommunen abfärbt. So hat die Nachbarstadt Oakland bereits 2008 beschlossen, dem umweltfreundlichen Beispiel zu folgen.

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