Nussaffäre beschäftigt Südkorea: Korean-Air-Chef entschuldigt sich für Tochter

Nussaffäre beschäftigt Südkorea
Korean-Air-Chef entschuldigt sich für Tochter

Die sogenannte Nussaffäre schlägt in Südkorea hohe Wellen. Wegen ihres Wutanfalls über eine Tüte Nüsse in einem Flugzeug steht die Tochter des Korean-Air-Chefs vor Gericht. Ihr Vater, zu beschwichtigen.
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SeoulSeine Tochter sorgte mit einem Wutanfall an Bord eines südkoreanischen Flugzeugs für einen Eklat: Jetzt hat sich der Chef der Gesellschaft Korean Air, Cho Yong Ha, vor Gericht bei einem der Leidtragenden entschuldigt. Die unter anderem wegen Nötigung angeklagte Tochter Cho Hyun Ah hatte wegen eines Streits um eine Tüte Nüsse veranlasst, dass der Chefsteward die Maschine kurz vor dem Start wieder verließ. Am Freitag gab ihr Vater dem Betroffenen in der sogenannten Nussaffäre eine Jobgarantie.

„Es tut mir leid, was er durchgemacht hat, und entschuldige mich als Vorsitzender von Korean Air“, sagte Cho Yong Ha der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge. Dem Angestellten würden keine Nachteile entstehen, wenn er weiter arbeiten wolle. Cho trat vor dem Gericht in Seoul am zweiten Prozesstag als Zeuge auf.

Seine 40-jährige Tochter war in Rage geraten, als ihr eine Flugbegleiterin Macadamia-Nüsse in einer Tüte und nicht in einer Schale reichte. Als Folge des Streits wurde die Korean-Air-Maschine mit Ziel Seoul am 5. Dezember 2014 von der Startbahn auf dem Flughafen John F. Kennedy in New York wieder zum Gate gezogen.

Bei der ersten Anhörung vor knapp zwei Wochen hatte Cho Hyun Ah bestritten, die Flugsicherheit gefährdet zu haben. Andere Vorwürfe lauten auf Beleidigung des Flugzeugpersonals und Behinderung von Ermittlungen. Bei einer Verurteilung drohen ihr nach Berichten südkoreanischer Medien bis zu zehn Jahre Haft.

Nach öffentlicher Kritik an ihrem Verhalten war sie von ihrem Posten als Vizepräsidentin der größten südkoreanischen Fluggesellschaft zurückgetreten. Seit Ende Dezember sitzt sie in Untersuchungshaft.

Am Freitag wurde nach einem Bericht von Yonhap auch die Flugbegleiterin als Zeugin befragt, die Cho die Nüsse gereicht hatte. Sie habe nach dem Vorfall vier Tage lang ihre Wohnung gemieden, um einer Begegnung mit der Managerin zu entgehen, wurde sie zitiert. Außerdem sei ihr von dem Unternehmen eine Stelle als Dozentin angeboten worden, falls sie mit der Tochter des Chefs kooperiere.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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