Nutztierhaltung Aigner will Antibiotika-Einsatz einschränken

Nach neuen Berichten über starken Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung will Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner die Bestimmungen zum Medikamenteneinsatz in der Mast verschärfen.
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Geflügel in der Massentierhaltung. Quelle: dpa

Geflügel in der Massentierhaltung.

(Foto: dpa)

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat bekräftigt, die Bestimmungen für den Medikamenteneinsatz in der Tiermast verschärfen zu wollen. „Mein Ziel ist es, den Einsatz von Antibiotika auf das zur Behandlung von Tierkrankheiten absolut notwendige Mindestmaß zu beschränken und die Befugnisse der zuständigen Kontroll- und Überwachungsbehörden der Bundesländer deutlich zu erweitern“, sagte sie der „Passauer Neuen Presse“.

Aigner forderte die Länder auf, scharf gegen Medikamentenmissbrauch in der Tiermast vorzugehen. Wo eindeutige Verstöße festgestellt würden, müssten diese „schnell und konsequent“ von den Länderbehörden geahndet werden. „Wenn Antibiotika zum Beispiel illegal zur Wachstumsförderung eingesetzt werden, ist das kein Kavaliersdelikt“, sagte die CSU-Politikerin.

Der Bund sorge jetzt dafür, dass die Landesbehörden ihre Überwachungsaufgaben „noch effektiver, noch schneller und unbürokratischer“ erfüllen könnten. Aigner: „Jedes Gesetz ist aber immer nur so gut wie seine Kontrolle. Ich appelliere deshalb an die zuständigen Bundesländer, die Kontrollen zu verstärken.“ Das Ministerium will 2012 erstmals genaue Daten über die in Deutschland ausgelieferten Tierarzneimittel veröffentlichen. Dabei werde dann deutlich, in welchen Postleitzahl-Bezirken Tierärzte die meisten Antibiotika bezogen hätten.

Die Geflügelwirtschaft warf derweil der Umweltorganisation BUND wegen einer Stichprobe zu Antibiotika in Hähnchenfleisch Panikmache vor. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Thomas Janning: „Die BUND-Erhebung ist überhaupt nicht hilfreich. Im Gegenteil: Das ist pure Angstmache.“

Denn die Aussagen führten nicht zu einer Versachlichung der Debatte, sondern zu einer Verunsicherung der Verbraucher. Er sei sehr enttäuscht, zumal es sich nicht um eine repräsentative Studie handele. Janning betonte aber, er nehme das Thema „außerordentlich ernst“ und wolle keinesfalls verharmlosen.

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3 Kommentare zu "Nutztierhaltung: Aigner will Antibiotika-Einsatz einschränken"

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  • aber auch der verbraucher, der alles möglichst billig will, und nicht zur bio-ware greift, fördert die massentierhaltung u. den einsatz von medikamenten !

  • Frau Aigner ist bekannt für große Worte, jedoch nicht für große Taten.
    Der Dumme ist (ißt) wieder einmal der Endverbraucher.

  • Einzig und allein ein generelles Antibiotikaverbot für alle Tierarten könnte das Problem lösen.
    Alles andere ist Augenwischerei, sagte EHEC ...

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