Ökumene
Politiker fordern mehr Engagement vom Papst

Ein halbes Jahrhundert nach der Reformation sind die Unterschiede zwischen der katholischen und evangelischen Kirche immer noch groß. Politiker und Kirchenvertreter fordern vom Papst immer öfter mehr Engagement für das Zusammenwachsen der beiden Kirchen. Doch Benedikt XVI. reagiert zurückhaltend.

HB REGENSBURG Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber sagte, er hoffe dass der Papst die Gemeinsamkeiten der christlichen Konfessionen mehr betone als die Unterschiede. „Es wäre schön, wenn dieser Besuch in diesem Punkt etwas bringen würde“, sagte der CSU-Politiker der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch der bayerische Innenminister Günther Beckstein, evangelischer Christ und Laienverterter in der bayerischen Landessynode, fordert vom Papst deutlichere Worte zur Ökumene. „Vor allem bei der Trennung der Christen beim Abendmahl wird die Trennung der Konfessionen schmerzlich deutlich“, sagte er.

Zu wenig Engagement für Ökumene

Bisher können katholische und evangelische Christen das Abendmahl nicht gemeinsam empfangen. Nach katholischer Auffassung sind ausschließlich geweihte Priester berechtigt, das Abendmahl auszuteilen. Nur wer katholisch getauft wurde, darf es auch empfangen. Vor dem Besuch des Papstes haben Vertreter der evangelischen Kirche und der katholischen Reformbewegungen immer wieder kritisiert, dass der Papst zu wenig Engagement für das Zusammenwachsen der Kirche zeige.

Der evangelische Regionalbischof von Regensburg Hans-Martin Weiß hat der katholischen Kirche vorgeschlagen, zumindest Ehepartnern unterschiedlicher Konfessionen das gemeinsame Abendmahl zu ermöglichen. Im ZDF-Morgenmagazin sagte der Regionalbischof, er wünsche sich eine Änderung der bisherigen Praxis. Auch der evangelische Bundespräsident Horst Köhler warb bei seinem Treffen mit dem Papst für eine Annäherung der Kirchen.

Papst Benedikt XVI. reagierte diplomatisch, und betonte lieber die Gemeinsamkeiten der Kirchen: Auf einer Vesper mit orthodoxen und evangelischen Christen im Regensburger Dom am Dienstagnachmittag sagte der Papst, es gebe zwischen den Konfessionen keinen Unterschied im Bekenntnis zu Christus und in der Aufgabe, die Bindung an Gott zu stärken.

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