«Oft nur noch gelallte Laute»
Medienpreis für Sprachkultur an Maischberger

Für Verdienste um die deutsche Sprache sind TV-Moderatorin Maischberger und das Nachrichtenmagazin «Spiegel» mit dem Preis für Sprachkultur ausgezeichnet worden. Sie erhielt das Grimm'sche Wörterbuch.

HB BERLIN. Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger ist mit dem Medienpreis für Sprachkultur ausgezeichnet worden. Auch das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» erhielt die von der Gesellschaft für deutsche Sprache vergebene Auszeichnung. Am Freitag wurden die Preise in Wiesbaden verliehen. Die Gesellschaft für Deutsche Sprache würdigt mit dem Medienpreis nach eigenen Angaben «besondere Verdienste um Sprach- und Sprechkultur in den Medien». «Der Spiegel» habe «über Jahrzehnte auf eine äußerst kreative Weise das Sprachbild mitgeprägt», begründete die Geschäftsführerin der Gesellschaft, Karin Eichhoff-Cyrus, die Entscheidung. In ihrer Laudatio auf das Nachrichtenmagazin sagte die Präsidentin des Goethe-Instituts, Jutta Limbach, der «Spiegel» sei «berühmt und berüchtigt wegen seiner Streitlust und seiner politischen Kultur». Darüber hinaus zeichne sich das Magazin aber auch durch eine «lebensnahe und bildhafte» Sprache aus, die sich manchmal über die Regeln der Grammatik hinwegsetze. «Der 'Spiegel' verdient den Preis allein schon wegen seiner Meisterschaft in der Ironie», sagte Limbach. In seiner Laudatio auf Maischberger beklagte der TV-Produzent Wolfgang Menge einen zunehmenden Sprachverfall in Hörfunk und Fernsehen. Nicht allein unverständliche englische Ausdrücke würden in der Mediensprache zu häufig benutzt. Auch in den Nachrichten seien Worte «oft nur noch gelallte Laute», kritisierte Menge. Dann lobte er Maischberger: Vor diesem Hintergrund hebe sich deren präzise Sprache ebenso ab, wie ihre außergewöhnliche Fähigkeit, ihren Interviewpartnern zuzuhören. Der Preis ist nicht mit Geld dotiert, sondern auf eher geistiger Ebene gehaltvoll: An Maischberger und den «Spiegel» gingen je 32 Bände des Grimm'schen Wörterbuchs. Für das Nachrichtenmagazin nahm Chefredakteur Stefan Aust die Auszeichnung entgegen.

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