Oktoberfest Trachtenboom zur Wiesn: Dirndl und Lederhose sind Pflicht

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Der tiefe Ausschnitt ist derzeit out
Dirndl – Nostalgie auf Bayerisch
Oktoberfest
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Wenn die Dirndl geschnürt, die Lederhosen geklopft und die Haferlschuhe aus dem Keller geholt werden, ist wieder Oktoberfest in München. Superstimmung, Riesengaudi, Bier in Strömen und bayerische Gemütlichkeit: Millionen strömen jedes Jahr zum Oktoberfest. Es gibt viele Gründe, die Wiesn zu mögen – vor allem wegen der flotten Madeln in ihren feschen Dirndln...

Ein aktuelles Video zu den Wiesn finden Sie hier.

Wies'neinläuten mit dem Dirndlgipfel
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Längst sind es nicht nur die Alten, die sich traditionell kleiden, sondern immer häufiger auch Jugendliche und Touristen. Immer mehr Menschen in Bayern tragen Tracht, was auch gut ausschaut. Bei den Männern vielleicht nicht immer, aber bei den Frauen eigentlich schon. Das Dirndl betont die Figur und sieht mit der weißen Bluse festlich aus. Alljährlich präsentieren Dirndldesigner die aktuelle Trachtenmode für das größte Volksfest der Welt. Die Tracht vermittelt das Gefühl von Tradition und Gemütlichkeit – und von archaischer Zugehörigkeit zum Stamm der Bayern oder wenigstens zum Volk der Oktoberfestbesucher. Wer Tracht trägt – oder das, was er dafür hält – ist nicht mehr allein...

Women wearing traditional Bavarian Dirndl dresses pose during opening day of 180th Oktoberfest in Munich
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Klassisch, dezent, reduziert: Die Trachtenmode dieser Saison ist traditionell. Während die Dirndl der vergangenen Jahre häufig pompös glitzerten und glänzten, ist nun Zurückhaltung geboten. „Unaufdringlich und trotzdem schön lautet die Devise“, erklärt die Modedesignerin Lola Paltinger den Trend zum Oktoberfest, „Die Dirndl haben einen nostalgischen Charakter.“ Traditionelle Muster und Farben, einfache Materialien und zünftige Motive sind wieder in Mode...

Trachtenmode für die Fußball-WM
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Was man heute unter einem Dirndl versteht, sollte nicht mit einer regionalen Volkstracht verwechselt werden. Eine echte (historische) Tracht weist im Schnitt, der Farbkombination und der Ausstattung ganz bestimmte Merkmale auf, anhand derer man die Trägerin einer Region und einer sozialen Schicht zuordnen kann. Das heute bekannte Dirndl wurde zwar durch regionale Trachten geprägt, hat aber keinen bestimmten regionalen Bezug. Die zünftige Mode gibt es auch in den deutschen Nationalfarben. Mit einem Ball in der Hand ist man im Bierzelt garantiert ein Hingucker...

Trachtenmode für die Fußball-WM
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Passend zum Dirndl in den deutschen Nationalfarben sind auch die Schuhe mit schwarz-rot-gold Schnüren. Je nach Anlass kann ein Dirndl aus einfarbigem oder bedrucktem Baumwollstoff, Leinen oder aus Seide gefertigt sein. Traditionell hat das Dirndl eine Tasche vorne oder an der Seite eingearbeitet, die unter der Schürze verborgen ist. Dazu wird eine meistens weiße Dirndlbluse (mit Puffärmeln oder schmalen Ärmeln, lang- oder kurzärmelig) getragen, die nur bis kurz unter die Brust reicht, sowie ein Schultertuch oder ein kurzes Halstuch. Ein Kropfband (Würgerband) mit Schmuckanhänger ergänzt oft das Dirndl.

Unterschieden werden kann einerseits zwischen einem klassischen Trachtendirndl, einem einteiligen Kleid mit Schürze, auch aus Stoffen mit traditionellen Mustern, und andererseits einem Landhauskleid, das aus grauem oder farbigem Leinen, teilweise mit Ledermieder oder -besatz, gefertigt ist...

Trachtennacht im Postpalast
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Auch die Frau kann zur Lederhose greifen. Die gibt es auch bunt verziert oder mit topmodischen Nieten versehen. Nina Munz von Angermeier Trachten empfiehlt, dazu ein Mieder aus Baumwolle oder Leinen. Mittlerweile gibt es dafür extra auch längere Mieder, bei denen nicht der Bauch herausschaue. Als feminines Gegenstück zur Lederhose gebe es in diesem Jahr neu den Lederhosenrock. Trendige Pastell- und Nudefarben dominieren zum Beispiel die diesjährige Kollektion von Angermaier Trachten. „Aber auch mit den klassischen Trachtenfarben wie Rot, Brombeere, Blau oder Grün ist man perfekt angezogen“, findet Nina Munz von Angermaier Trachten. Edel und trotzdem nicht schrill sind Brokatstoffe mit kleinen Blumenmustern...

63. Berliner Oktoberfest
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Doch auf dem Münchner Oktoberfest gilt keine Pflicht zur Tracht. Aber sind das Dirndl für die Frau und die Lederhose für den Mann eine angemessene Verbeugung vor lokalem Brauchtum? Oder wirken sie eher wie eine alberne Verkleidung? Das Meinungsforschungsinstitut Emnid ist im Auftrag des Magazins Reader's Digest (Oktober-Ausgabe) dieser Frage nachgegangen und dabei zu einem überraschenden Ergebnis gekommen. Obwohl viele Bekleidungsgeschäfte in den vergangenen Jahren ihr Sortiment an Trachten massiv ausgeweitet haben, gaben 33 Prozent der Befragten an, es sei „unangemessen“, sich allein für den Besuch des Oktoberfestes eine Tracht zuzulegen...

Den Weg bereitet für die jungen Wilden hat insbesondere Lola Paltinger. Die Designerin hatte sich schon in ihrer Abschlussarbeit an der Modeschule 1997 mit dem Thema Tracht beschäftigt. Zwei Jahre später startete sie mit ihrer Mutter Brigitte einen Zwei-Frauen-Betrieb.

Damals war das Konzept – klassische Schnitte und Formen kombiniert mit edlen Stoffen und modernem Design und teils poppigen Farben – revolutionär-. „Da gab es noch keinen Dirndlboom“, erinnert sich Paltinger. Dass inzwischen andere junge Designerinnen gefolgt sind, findet sie „wunderbar“. Solange jeder seine eigene Handschrift habe, könne sie mir der neuen Konkurrenz wie Amsel und Luis Trenker gut leben.

Etwa 200 Couture-Dirndl für im Schnitt etwa 3000 Euro verkauft Paltinger im Jahr. Wer etwas auf sich hält trägt auf der Wiesn schon lange ein Dirndl von Paltinger. Die Hotelerbin Paris Hilton ließ sich damit ebenso sehen wie Popstar Katy Perry.

Riesen-Gaudi in München: Trachtenumzug wird zu Wiesn-Spektakel

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Daneben vertreibt Paltinger noch eine günstigere Linie, unter anderem über den Shopping-Sender HSE. Auch sie hat beobachtet, dass derzeit hochgeschlossene Dirndl und Blusen in sind. „Ich habe vor acht Jahren damit angefangen, endlich wird es angenommen.“

Der tiefe Ausschnitt ist derzeit eher out. Auch Axel Munz, Chef von Trachten Angermaier in München, spricht von einem „Vintage-Trend“. Zu erkennen sei dieser neben den hochgeschlossenen Dirndln auch an nostalgischen Elementen wie Schößchen am Rücken und Schließen an den Miedern.

Wohin man das Thema Dirndl auch weiter entwickeln kann, zeigt seit einigen Jahren erfolgreich das Label Noh Nee. In einem Atelier in Bogenhausen sitzt Marie Darouiche konzentriert an einer Nähmaschine. In einem Regal liegen bunte Stoffe mit afrikanischen Mustern, aus ihnen fertigt die gebürtige Kamerunerin Dirndl.

Sie orientiert sich an der klassischen Form, nur die Schürze ist weggefallen und durch eine Art Kummerbund ersetzt. „Wir sind gestandene Frauen“, sagt ihre Schwester Rahmée Wetterich. Die Schürze stehe eher für die Frau, die in die Küche gehört. „Dabei kocht mein Mann viel besser.“

Ein Hauch von Luxus ist in
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