Oktoberfest
Trachtenboom zur Wiesn: Dirndl und Lederhose sind Pflicht

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Der tiefe Ausschnitt ist derzeit out

Den Weg bereitet für die jungen Wilden hat insbesondere Lola Paltinger. Die Designerin hatte sich schon in ihrer Abschlussarbeit an der Modeschule 1997 mit dem Thema Tracht beschäftigt. Zwei Jahre später startete sie mit ihrer Mutter Brigitte einen Zwei-Frauen-Betrieb.

Damals war das Konzept – klassische Schnitte und Formen kombiniert mit edlen Stoffen und modernem Design und teils poppigen Farben – revolutionär-. „Da gab es noch keinen Dirndlboom“, erinnert sich Paltinger. Dass inzwischen andere junge Designerinnen gefolgt sind, findet sie „wunderbar“. Solange jeder seine eigene Handschrift habe, könne sie mir der neuen Konkurrenz wie Amsel und Luis Trenker gut leben.

Etwa 200 Couture-Dirndl für im Schnitt etwa 3000 Euro verkauft Paltinger im Jahr. Wer etwas auf sich hält trägt auf der Wiesn schon lange ein Dirndl von Paltinger. Die Hotelerbin Paris Hilton ließ sich damit ebenso sehen wie Popstar Katy Perry.

Daneben vertreibt Paltinger noch eine günstigere Linie, unter anderem über den Shopping-Sender HSE. Auch sie hat beobachtet, dass derzeit hochgeschlossene Dirndl und Blusen in sind. „Ich habe vor acht Jahren damit angefangen, endlich wird es angenommen.“

Der tiefe Ausschnitt ist derzeit eher out. Auch Axel Munz, Chef von Trachten Angermaier in München, spricht von einem „Vintage-Trend“. Zu erkennen sei dieser neben den hochgeschlossenen Dirndln auch an nostalgischen Elementen wie Schößchen am Rücken und Schließen an den Miedern.

Wohin man das Thema Dirndl auch weiter entwickeln kann, zeigt seit einigen Jahren erfolgreich das Label Noh Nee. In einem Atelier in Bogenhausen sitzt Marie Darouiche konzentriert an einer Nähmaschine. In einem Regal liegen bunte Stoffe mit afrikanischen Mustern, aus ihnen fertigt die gebürtige Kamerunerin Dirndl.

Sie orientiert sich an der klassischen Form, nur die Schürze ist weggefallen und durch eine Art Kummerbund ersetzt. „Wir sind gestandene Frauen“, sagt ihre Schwester Rahmée Wetterich. Die Schürze stehe eher für die Frau, die in die Küche gehört. „Dabei kocht mein Mann viel besser.“

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