Oktoberfest
Die Alten kommen! Oder: Crepes statt Mandeln

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Ein Seniorentag wird bisher abgelehnt

Das sei „der Klassiker“. Hörgeräte werden vergessen, Asthmasprays, mal ein Blutdruckmessgerät – und immer wieder Krücken. Wie deren Besitzer nach dem Wiesnbesuch ohne Hilfsmittel nach Hause gekommen sind, blieb stets ungeklärt.

Das Rätsel um einen am Riesenrad verlorenen Rollstuhl löste sich. Obwohl die Gondeln mit Rollstuhl befahrbar sind, hatte ein älteres Paar aus der Schweiz ihn stehen gelassen – nach der Fahrt war er verschwunden. Tage später tauchte der Rollstuhl im Fundbüro auf.

In Reha-Einrichtungen im Münchner Umland wird derweil angesichts verschärfter Sicherheitsvorschriften rege darüber diskutiert, ob Krücken auf dem Volksfest noch erlaubt sind. Es gebe ein Verbot für Fahrzeuge und „rollende Geräte“, sagt der Sprecher des Kreisverwaltungsreferats, Johannes Mayer.

„Krankenfahrstühle sind davon jedoch explizit ausgenommen und dürfen natürlich aufs Oktoberfest. Selbstverständlich kann das Oktoberfest auch mit Krücken besucht werden.“ Rollstuhl oder Krücken könnten aber an den Zugängen inspiziert werden.

Wirte und Schausteller wiederum stellen sich zunehmend auf behinderte Besucher ein. Für Rollstuhlfahrer gibt es Rampen und niedrige Theken zum Abstellen von Geschirr. Speisekarten sind teils in Blindenschrift erhältlich und Treppen beleuchtet, damit niemand stolpert. Völlig neu auf der Wiesn ist dieses Jahr ein Autoscooter, der mit Handgas auch von mobil einschränkten Menschen gefahren werden kann.

Eine spezielle Ehre wird denen zuteil, die lange auf der Wiesn beschäftigt waren. Sie treffen sich beim Stammtisch der Alt-Schausteller oder werden als Wiesnjubiläre geehrt. Die Forderung eines Stadtrats nach einem Seniorentag – analog zu dem Familientag – wurde jedoch abgelehnt.

Die Tüte gebrannte Mandeln, die traditionell zum Wiesnbesuch gehört, ist nichts für marode Zähne. Der Rat der Wiesn-Pressestelle für Betroffene ist pragmatisch: „nicht essen“. Sondern zu weichen Crêpes oder Zuckerwatte greifen.

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Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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