Oktoberfest
Trachtenboom zur Wiesn: Dirndl und Lederhose sind Pflicht

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„Eine Tracht zu tragen ist die Sehnsucht nach dem Anderen“

Die Orgie in Farbe gibt der Designerin Inspiration für ihre Kollektionen. Viele Ideen kann die 49-Jährige gut gebrauchten. Schließlich entwirft sie für Sportalm seit anderthalb Jahrzehnten die Dirndl-Kollektionen, die dann auf dem Oktoberfest oder bei den Salzburger Festspielen auftauchen.

„Hinter jeder Tracht steht ein romantischer Grundgedanke“, sagt Bisovskyy, die im traditionsreichen Weinort Gumpoldskirchen unweit von Wien aufgewachsen ist und später bei der britischen Designikone Vivienne Westwood und beim österreichischen Modeschöpfer Helmut Lang studierte.

In ihrem weitläufigen Salon im Wiener Literaturhaus im Szenestadtteil Neubau drohen die Kleiderstanden unter der Last zusammenzubrechen. Denn ihr opulentes Atelier in einer ehemaligen Seidenfabrik ist nicht nur Showroom, sondern auch Verkaufsraum.

Ein selbst entworfenes Dirndl kostet bei Bisovsy zwischen 2000 und 3000 Euro. Als sie noch studierte, erinnert sich die Designerin, war Tracht verpönt, Loden galten als spießig und altmodisch. Das hat sich längst radikal geändert. „Sich in eine Tracht zu begeben ist die Sehnsucht nach dem Anderen“, sagt die Designerin.

Für Sonja Ragaller von Almliebe hat der hartnäckige Trachtenboom viel mit der Globalisierung zu tun, die eine „Sehnsucht nach Heimat und heiler Welt“ wecke. Das spiegele sich in der Mode ebenso wieder wie zum Beispiel in der Kultur, wo Bands wie LaBrassBanda in ausverkauften Hallen Volksmusik, Brass und Techno verbinden.

Der Online-Händler Almliebe vertreibt vor allem die trendigen, hochwertigen jungen Marken. Fünf Jahre nach der Gründung wachsen die Umsätze immer noch um 30 Prozent im Jahr, hinzu kommen inzwischen zwei stationäre Läden. „München ist derzeit das kreative Zentrum“, ist Ragaller überzeugt. Label wie Gottseidank und Noh Nee zum Beispiel verbinden Tradition und Moderne.

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